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Hückeswagen
Biesenbach: Masterplan für Hückeswagen

Hückeswagen. Die kommunale Landschaft in NRW verändert sich. Vor allem zu Lasten des ländlichen Raums. Der Hückeswagener CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach fordert daher einen Masterplan für die Schloss-Stadt. Von Stephan Büllesbach

Der Weg der ländlichen Kommunen schien vorgezeichnet. Sah doch der Landesentwicklungsplan (LEP) eine Zunahme bei der Einwohnerzahl etwa rund um Köln vor, außerhab davon aber standen die Vorzeichen auf einen deutlichen Rückgang der Bevölkerung. Für die Region hätte das bedeutet: Bis Overath würden die Städte und Gemeinden im Kölner "Speckgürtel" wachsen, alle anderen schrumpfen. Das gilt auch und vor allem für den Oberbergischen Kreis. Auch die im Juli veröffentlichte Bertelsmann-Studie sieht speziell für Hückeswagen bis zum Jahr 2030 ein drastisches Schrumpfen voraus.

Doch seitdem die Flüchtlingszahlen deutlich zunehmen und damit auch in Kleinstädten die Einwohnerzahlen wieder nach oben gehen, haben sich die Vorzeichen etwas geändert, hat Peter Biesenbach festgestellt. Der CDU-Politiker fordert deshalb: "Die Kommunen müssen sich jetzt umgehend Gedanken darüber machen, wie sie damit umgehen wollen." Und so empfiehlt er seiner Heimatstadt, einen Masterplan für die Zukunft aufzustellen.

"Ich kann momentan nicht erkennen, wohin sich die Stadt entwickeln will", sagt der Hückeswagener im Gespräch mit der Redaktion. "Soll der Status quo erhalten bleiben? Will die Stadt wachsen? Oder wird akzeptiert, dass sie schrumpft?" Von der Beantwortung dieser Fragen hing viel ab.

So müsste in dem zu erstellenden Masterplan etwa geklärt werden, wie sich die Stadt auf die demografische Entwicklung einstellt. Biesenbach: "Ältere Menschen wollen stadtnah leben mit kurzen Wegen zu Ärzten, Apotheken, Geschäften und zur Pflege." Entsprechend müsse seniorengerechter Wohnraum geschaffen werden.

Eine wichtige Frage sei zudem, was mit den Flüchtlingen nach ihrer Anerkennung passiere. "Wenn sie in die Großstädte gehen, müsste man sich am Ort keine Gedanken machen", sagt Biesenbach. Doch dort ist schon jetzt der Wohnraum knapp, weswegen davon auszugehen ist, dass viele Asylsuchenden in den Kleinstädten bleiben. Für den Landtagsabgeordneten ergibt sich daraus wiederum die Frage: "Wo bringen wir sie unter? Wir werden also zukünftig wieder Sozialwohnungen brauchen."

Vermieden werden müsse jedoch, dass Ghettos entstünden. Biesenbach: "Wir müssen uns daher vermischen. Und die Flüchtlinge müssen integriert werden." Dazu müsste die Stadt wiederum Bildungsangebote machen.

Der CDU-Politiker betont, dass der Masterplan eine Anregung für die Verantwortlichen im Rathaus, aber auch für alle Hückeswagener ist. "Ich habe keine Lösung", gesteht Biesenbach. "Aber es muss miteinander über diese Themen gesprochen werden.

Serie In den nächsten Tagen beleuchtet die BM Biesenbachs Masterplan-Vorschlag separat noch in den Bereichen Familie, Gewerbeflächen-Entwicklung, Senioren, Schulen, Handel und Realisierung.

Quelle: RP
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