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Hückeswagen
Blitzmarathon - Unfallopfer Claudia wünscht sich mehr Rücksicht

Hückeswagen: Blitzmarathon - Unfallopfer Claudia wünscht sich mehr Rücksicht
Ein Trümmerfeld: Nach dem Unfall im Juni 2015 kann Unfallopfer Claudia nicht mehr so entspannt fahren wie vor dem Zusammenstoß. FOTO: polizei
Hückeswagen. Ihr Appell ist eindringlich. "Fahrt rücksichtsvoll. Besser zehn Minuten später ankommen als gar nicht." Das sagt Claudia. 46 Jahre, Unfallopfer. Im Juni 2015 kommt ihr auf der Rader Straße (B 483) ein schleudernder Pkw auf ihrem Fahrstreifen entgegen. Claudia versucht, durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß zu vermeiden. Vergeblich. Von Joachim Rüttgen

Das Erlebnis war so einschneidend für die 46-Jährige, dass sie den nächsten Blitzmarathon der Polizei, morgen, Donnerstag, 6 bis 22 Uhr, unbedingt unterstützt. "Sie möchte mit ihrer Geschichte zeigen, wie sehr ein kurzer Moment das Leben verändern kann", sagt Polizeisprecher Jürgen Dzuballe. Seine Kollegen kontrollieren morgen die Geschwindigkeit an der Rader Straße (B 483) und an der K 5 in Kleineichen (Bevertalstraße). Die Bußgeldstelle des Kreises steht in Linde.

"Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nr. 1 bei schweren Verkehrsunfällen. Wer zu stark aufs Gaspedal drückt, gefährdet sich selbs und das Leben anderer Menschen. Für Unfallbeteiligte dauert es oft lange, bis sie diesen Moment überwunden haben und zurück in ihr normales Leben gefunden haben", berichtet Dzuballe.

So erging es auch Claudia. Denn den Sonntagnachmittag im Juni 2015 wird sie nie vergessen. Weil sie im Garten von Zecken gebissen worden war, bekam sie trotz Wochenende einen Termin beim Hausarzt. "Die Sonne schien, das Wetter war herrlich", erinnert sie sich. Schnell merkte sie: viel Verkehr auf der Straße. Kurz hinter dem Ortseingang Hückeswagen hörte sie ein lautes Motorengeräusch. "Plötzlich sah ich vor mir einen schwarzen Sportwagen auftauchen, der schleudernd auf mich zukam. In dem Moment dachte ich nur noch, hoffentlich schaffe ich es, an ihm vorbeizukommen. Doch noch bevor ich zu Ende gedacht hatte, knallte es schon", berichtet sie. An die Vollbremsung kann sie sich nicht mehr erinnern. "Das ging alles so schnell. Ich konnte noch aussteigen und bin sofort zu dem Fahrer hin. Er war noch ansprechbar." Schnell waren mehrere Anwohner an der Unfallstelle. Claudia kam ins Krankenhaus. "Ich hatte einen Schock und kann mich teils an Dinge gar nicht mehr erinnern. Erst später habe ich die Prellungen am Körper entdeckt und gespürt", sagt sie. Als sie sich ihr Auto später anschaut, wird ihr erst so richtig bewusst, wie viel Glück sie gehabt hat.

Kurze Zeit nach dem Unfall setzt sich Claudia wieder ins Auto. "Mein Sohn machte den Führerschein mit 17, also begleitendes Fahren, da konnte ich ja gar nicht anders als wieder zu fahren", sagt sie. Ihre Bremsspuren auf der Rader Straße sind noch zu sehen. Ein komisches Gefühl, sagt sie.

Bei der ersten Fahrt mit dem Sohn auf der Unfallstrecke kam ihr ein Fahrzeug teils auf ihrer Fahrspur entgegen. "Das war wieder ein Schock für mich. Sicher ist, dass ich nicht mehr so entspannt wie früher fahre. Ich habe immer im Hinterkopf, wie schnell ein Unfall passieren kann und ich wenig Chancen habe, darauf Einfluss zu nehmen oder noch zu reagieren", sagt sie.

Quelle: RP
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