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Hückeswagen
Bluesrock vom Allerfeinsten vor wenig Publikum im Kultur-Haus

Hückeswagen. "Big K And The Solid Senders" begeisterten mit ihrem Programm. Die wenigen Zuhörer waren sich einig: Wer nicht da war, hat auf jeden Fall was verpasst. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es hätte ein Fest, eine rauschende Party werden können. Aber entweder war das Fernsehprogramm derart gut oder das Wetter den Hückeswagenern zu schlecht - der Publikumszuspruch im Kultur-Haus Zach beim Konzert von "Big K And The Solid Senders" war sehr überschaubar. Die Atmosphäre der öffentlichen Probe hielt die Band um den voluminösen Sänger Big K Käsi nicht davon ab, alles zu geben. Dafür den allergrößten Respekt, andere Bands hätten hier vielleicht nur die Sparvariante ihres Programms geliefert.

Nichts da: Der Bläsersatz mit Ento an der Trompete sowie Mister Saxman und Mister Lafayette an den Saxofonen, tanzte wie weiland Blue Lou & Co bei den Blues Brothers synchron und im chicken weißen Zwirn gewandet über die kleine Bühne, machte Ausflüge ins Publikum und solierte ganz nebenbei absolut fehlerfrei, wenn er nicht gerade zündende Sätze spielte. Famos!

Die Grundzutaten für diesen Rhythm'n'Blues-Cocktail waren Klaus Marner, der die Kessel im Shuffle-Beat rührte, stoisch begleitet von Frank Zimmermann am Bass und den souveränen Akkorden von Gitarrist Morschi. Keyboarder Cincinnati-Didi war das Sahnehäubchen der Begleitinstrumente und streute "Schweineorgelsounds" ein, also satt angezerrte Hammondklänge - oder er spielte den "Pianoman". Über all dem thronte im wahrsten Wortsinne Big K Käsi. Mal schnappte er sich ein Saxofon, etwa wenn Trompeter Ento eine grandiose Version von "Just A Gigolo" lieferte - wilde Tanzeinlagen inklusive. Dann nahm er die Blues Harp, etwa bei "Maybe Someday Baby" oder dem tollen "Pep Talk", bekannt von Bruce Willis, der neben seiner erfolgreichen Filmkarriere gerne auch den Bluesrocker mimt. Ansonsten sang der Big Man, und das mit der coolen Leidenschaft des Bluesers. Wäre da nicht der dichte weiße Vollbart, man hätte den Sänger im schwarzen Anzug für Jake Blues von den Blues Brothers halten können.

Im Publikum wurde gewippt und geswingt, ein Pärchen fing immer wieder an, Discofox zu tanzen. Das spornte die Musiker an, noch ein bisschen mehr zu geben. Sie trieben Schabernack, grinsten und servierten hochwertige Bluesrock-Kost wie "Barefoot", "Don't Bug Me" oder "I Want You To Be My Baby".

Und dann zeigte die achtköpfige Band noch ein anderes Gesicht: Zum instrumentalen Quintett geschrumpft, präsentierte sie eine hochemotionale Version des Slow Blues "Harlem Nocturne" mit grandiosem Saxofon-Solo von Mister Saxman, der es sich nicht nehmen ließ, die Bühne zu verlassen und auf einem der Tische zu spielen.

Bleibt zum Schluss das Fazit einer Besucherin: "Selber schuld, wer nicht hier war, er hat etwas Großes verpasst."

Quelle: RP
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