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Hückeswagen
Blumbergs Wurst bringt Wirtschaftskraft

Hückeswagen: Blumbergs Wurst bringt Wirtschaftskraft
Die Wirtschaftsförderer Andrea Poranzke und Bürgermeister Dietmar Persian besuchten Fleischwaren Blumberg. Bodo Fischer (kaufmännischer Leiter) und Geschäftsführer Thorsten Quabeck (v.l.n.r.) stellten ihre Produkte vor. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Bestandspflege hat Bürgermeister Persian mit seinem Besuch betrieben, weil Fleischwaren Blumberg ein wichtiger Pfeiler der Wirtschaft ist. Und das Unternehmen beantwortet die schwierige Frage nach der Zukunft: mit Regionalität. Von Jessica Balleer

Für Thorsten Quabeck schmeckt das Bergische Land herzhaft, deftig - und meistens mittelscharf. Der Geschäftsführer von "Meister Blumberg" meint damit die in der Region beliebte Trockenwurst und die Senfsauce mit ihren typischen Bruchkörnern. Hier an der Stahlschmidtsbrücke lautet die Empfehlung des Tages "Kobeshofener Schinkenbraten". Der liegt aber nicht eingeschweißt in einem Plastikbehälter. Thorsten Quabeck präsentiert ihn, zartrosa und frisch, in der Auslage der Ladentheke. Denn in der Fleischerei gilt, was die Gründerfamilie Blumberg bereits vor mehr als 110 Jahren festlegte - Handwerkstradition und ein Versprechen: höchste Qualität zum besten Preis. "Wir setzen auf unsere Kernkompetenz, die Regionalität."

Nicht nur von Hamburg bis München, sogar von Schweden bis in den Süden Italiens werden die Fleisch- und Wurstprodukte aus Hückeswagen konsumiert. Die Produkte aus dem Bergischen werden für ihren Geschmack geschätzt. Doch weil der Fleischkonsum zurückgeht und der Fleischkauf längst eine Vertrauensfrage ist, musste sich das Unternehmen weiterentwickeln. Vor zwei Jahren hat das begonnen, als sich der Inhaber zurückzog, die Firma "Amira" investierte und Thorsten Quabeck Geschäftsführer wurde. Heute arbeiten 240 Mitarbeiter hier.

Fleischwaren Blumberg setzt auf kleine Lieferanten. Das Fleisch kommt "von nebenan" - allenfalls aus Recklinghausen. Und neue, zeitgemäße Produkte wie das "Hähnchen Mexiko" liegt in der Auslage. "Kein Schweinefleisch und fettarm", kommentiert Quabeck. Qualität und Fortschritt, hinter den Worthülsen scheinen echte Ambitionen zu stecken. Großkonzerne wie Thönnies, Discountprodukte und fehlende Handwerkstradition sind hier so weit entfernt, wie die Distanz zwischen Hückeswagen und Rheda-Wiedenbrück, wo Thönnies sein Imperium aufgebaut hat. Wirtschaftlich könne man sich aber auch nicht beschweren, sagt Quabeck. Dass das so bleibt, ist der Stadt wichtig. "Ein enger Draht zu den Unternehmen ist wichtig", sagte Bürgermeister Dietmar Persian gestern beim Besuch der Firma. Begleitet wurde er von Wirtschaftsförderin Andrea Poranzke. Persian weiß, dass die Wirtschaftskraft einer Stadt in den Unternehmen entsteht. Der kaufmännische Leiter, Bodo Fischer, begrüßt das Engagement und lobt den Standort Hückeswagen: "Die Unterstützung ist schön. Sie ist vorteilhaft für beide Seiten."

Die Qualität stimmt. Als Quabeck das betont, hängen die vielen Urkunden in stiller Zustimmung an der Wand. Fleischwurstpokale, NRW-Landesehrenpreise, der Bundesehrenpreis 2011 - man hat nahezu alles gewonnen, was es in der Branche zu gewinnen gibt. Ausruhen kann er sich darauf nicht, dass weiß Quabeck, der das mit der "Work-Life-Balance" besser machen wollte, als Karl-Josef Blumberg, der Tage und Nächte in der Firma zugebracht hatte. Im Moment sind es auch beim neuen Geschäftsführer 14 Stunden und mehr. Aber er weiß: "Qualität ist ein fortlaufender Prozess." Darum geht der Wandel weiter. Optimieren von Produktion und Logistik, neue Geschäftsfelder, Anpassen an die Hygieneauflagen - aber nie zu Lasten der Qualität. Das heißt, des Geschmacks.

Quelle: RP
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