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Hückeswagen
Bürger fordert Tempo 50 auf B237

Hückeswagen: Bürger fordert Tempo 50 auf B237
Der Blick auf die Unfallstelle: Wer von der Bevertalstraße nach links in Richtung Wipperfürth abbiegen möchte, muss sehr aufmerksam sein. Denn auf der B 237 darf bis zu 100 km/h schnell gefahren werden. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Auf der Bundesstraße an der Einmündung zur Bevertalstraße zwischen Kobeshofen und dem Ortseingang hat es in diesem Sommer drei schwere Unfälle gegeben. Ein Bürger fordert nun als Reaktion auf diese Häufung ein Tempolimit. Von Merlin Bartel

6. Juli, 22. August, 29. August - drei schwere Unfälle. Das ist die traurige Bilanz der Bundesstraße 237. Alle ereigneten sich im Sommer dieses Jahres an der Einmündung zur Bevertalstraße nahe der Kurve zwischen Kobeshofen und dem Ortseingang von Hückeswagen.

Diese Unfallhäufung sorgte in der Schlossstadt sowie in den umliegenden Gemeinden für Empörung und Unverständnis - so auch bei Heinz Flosbach. Der 70-Jährige wohnt unweit der Unfallstelle und kritisiert, dass dort 100 Kilometer pro Stunde (km/h) erlaubt sind. "Wenn dort ein Auto mit 100 km/h unterwegs ist, haben Langsamstarter, Oldtimer und Autos mit Anhänger an der Kurve beim Abbiegen keine Chance, für die ist es dann zu spät."

Durch die Nähe zur Bundesstraße erlebe er als Anwohner häufig brenzlige Situationen. "Deshalb würde ich mir wünschen, dass etwas dagegen unternommen wird", sagt Heinz Flosbach. Er fordert, dass das Ortseingangsschild, von dem an nur noch 50 km/h erlaubt sind, entlang der Bundesstraße ein Stück vorgezogen wird. "Wenn es 100 Meter weiter in Richtung Wipperfürth stehen würde, wären die Autos und Motorradfahrer in der Kurve langsamer unterwegs", sagt er. "Dann gäbe es mit Sicherheit auch weniger Unfälle."

Am 22. August (rechts) und am 29. August (links) gab es zwei Unfälle auf der Bundesstraße 237. Jeweils zwei Menschen wurden schwer verletzt, beide Male waren auch Motorradfahrer beteiligt. FOTO: Stephan Büllesbach/ Polizei OBK

Der Hückeswagener sei oft in Dänemark und in den Niederlanden gewesen. "Dort gibt es keine einzige Kreuzung ohne Ampel, wo mehr als 70 km/h erlaubt sind", sagt er. Zwar könne die erlaubte Geschwindigkeit von 100 km/h zu den Stoßzeiten bei viel Verkehr nicht gefahren werden - "morgens und nachts rasen aber viele", sagt Flosbach.

Beim Kreis sehen das die Verantwortlichen anders: "Wir haben uns die Unfallstelle angesehen, waren mit der Verkehrsunfallkommission vor Ort und haben Unfallberichte sowie Zeugenaussagen geprüft", sagt Gerald Pohl, Sachgebietsleiter Verkehrssicherung und -lenkung beim Straßenverkehrsamt des Oberbergischen Kreises. "Allerdings waren immer individuelle Faktoren Unfallauslöser, die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind." So habe der Fahrer in einem Fall den Gegenverkehr übersehen, in einem anderen Fall sei eine Sonnenblendung Schuld gewesen.

"Zu hohe Geschwindigkeiten waren bei keinem Unfall das Problem", sagt Pohl. Das habe eine verdeckte Messung an der Stelle ergeben: 85 Prozent der Fahrer seien mit maximal 65 km/h unterwegs gewesen, die übrigen 15 Prozent fielen in die Quote derjenigen, die sich generell im Durchschnitt nicht an das Tempolimit hielten.

Heinz Flosbachs Vorschlag, die Ortstafel rund 100 Meter vorzuziehen, um Raser zu entschleunigen, sei keine Option: "Die Ortstafel bezeichnet den Beginn oder das Ende einer Ortschaft und steht dort, wo die Bebauung des Ortes aufhört", erklärt Gerald Pohl. "Die Kreuzung liegt auf freier Strecke, deshalb wäre die Ortstafel dort fehl am Platz. Schilder dürfen nur dort aufgestellt werden, wo sie tatsächlich notwendig sind." Die Aufstellung eines sonstigen Verkehrszeichens als Tempolimit sei bislang nicht beantragt worden.

Somit ist die Einmündung K 5/ B 237 bis heute kein Unfallschwerpunkt. "Innerhalb eines Jahres müssen sich drei Unfälle der Kategorien 1 bis 4 des gleichen Grundtyps - etwa durch Auffahren, zu hoher Geschwindigkeit oder beim Abbiegen - ereignet haben", erklärt Polizeisprecherin Monika Treutler. Alternativ müsse es in der Drei-Jahresbetrachtung drei Unfälle der Kategorien 1 und 2 oder fünf Unfälle der Kategorien 1 bis 3 - unter Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern - gegeben haben.

Kategorie 1 bezeichnet Unfälle mit Getöteten, Kategorie 2 Unfälle mit Schwerverletzten, Kategorie 3 Unfälle mit Leichtverletzten und Kategorie 4 Unfälle mit größeren Sachschäden sowie mindestens einem nicht mehr fahrbereiten Fahrzeug.

"Ich finde es sehr bedauerlich, dass es so gefährlich bleibt", sagt Heinz Flosbach. "Wie viele Unfälle soll es noch geben, bis etwas passiert?"

Quelle: RP
 
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