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Hückeswagen
Bürgermeister besucht Afghanen beim THW

Hückeswagen: Bürgermeister besucht Afghanen beim THW
Dietmar Persian (r.) und Deike Schütte im Gespräch mit den vier afghanischen Männern, die aktiv beim Hückeswagener THW mitwirken. FOTO: J. Moll
Hückeswagen. "Integration ist ein Langstreckenlauf", sagt Dietmar Persian. Darum freut er sich über engagierte Vereine. Von Wolfgang Weitzdörfer

Wie Integration klappen kann, zeigt sich immer dort, wo sich Menschen um andere Menschen bemühen. Zum Beispiel in den Vereinen. Dort wird Integration gelebt und ist Teil des Alltags. Wie das in der Schloss-Stadt funktioniert, wollte sich Bürgermeister Dietmar Persian nun direkt vor Ort ansehen. Und war dazu z jetzt auf dem Gelände der Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks an der Bockhackerstraße im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg zu Gast. Beim THW sind vier junge afghanische Männer aktiv dabei: Sherullah Deqani (20), Zobaidullah Enami (32), Bilal Nazari (21) und Ali Niamat (23).

Der Kontakt zum THW sei durch einen Paten zustandegekommen, berichtete Persian: "Mir geht es jetzt darum, mir ein Bild davon zu machen, wie das hier beim THW funktioniert." Es sei zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise klar gewesen, dass sehr viele Menschen zu uns kommen würden. "Und es war uns, glaube ich, auch allen klar, dass die Integration nicht von heute auf morgen klappen kann. Sie ist ein Langstreckenlauf", sagte Persian. Umso dankbarer sei er für die Arbeit in den Vereinen: "Die Mitarbeit in einem Verein bringt viel mehr als nur ein Deutschkursus", betonte der Bürgermeister.

Die vier jungen Afghanen, die aus der Region Kundus sowie den Städten Dschalalabad und Kabul stammen, waren dabei Teil des zweiten Versuchs des THWs, Flüchtlinge in den Verein zu integrieren, wie Stefan Pier, Gruppenführer 1 Bergung, sagte: "Wir haben das schon mal im Rahmen des Offenen Treffs in der alten Schule in Scheideweg versucht, da hat es aber nicht so richtig geklappt."

Jetzt sei das Engagement der vier Flüchtlinge aber umso größer. Was auch deswegen bemerkenswert sei, da bei fast allen der Asylantrag abgelehnt worden sei, wie Pier erklärte. "Bei einem steht das Ergebnis noch aus. Aber sie haben durchgängig gesagt, dass sie von Deutschland so viel Gutes erfahren haben, dass sie nun etwas zurückgeben wollen." Zugführer Alexander Hasse lobte seine Schützlinge: "Das klappt alles sehr gut. Es ist nur schwierig, die technischen Hintergründe zu vermitteln, einfach aus sprachlichen Gründen."

Aber da sei man ganz unkompliziert, fügte Hasse schmunzelnd an: "Wenn wir das jeweilige Gerät oder die bestimmte Aktion einmal gezeigt haben, dann können die Vier das direkt umsetzen." Alle vier Männer hatten den ganz normalen Ausbildungsvorgang absolviert - sie seien jetzt Helferanwärter, erklärte Hasse: "Bei der Prüfung klappte es leider mit dem theoretischen Teil nicht direkt beim ersten Mal. Aber das holen wir nach." Und dann seien sie auch dazu befähigt, auf Einsätze mitzugehen. "Denn auch der Versicherungsschutz ist genauso gewährleistet, wie bei allen anderen Kameraden auch", sagte der Zugführer.

Quelle: RP
 
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