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Hückeswagen
Bürgermeister sucht Kontakt zu den Jugendlichen - ohne Erfolg!

Hückeswagen. Spiel, Spaß und Fragen sollten im Jugendzentrum im Mittelpunkt stehen. Doch daraus wurde nichts. Von Cristina Segovia-Buendía

Zu einem besonderen Schlagabtausch zwischen Jugendlichen und Bürgermeister Dietmar Persian hatte Andrea Poranzke, Leiterin des Jugendzentrums, für Donnerstag eingeladen: Ganz nach dem Vorbild der beliebten TV-Spielshow "Schlag den Raab", sollten sich die jungen Bürger spielerisch mit dem Stadtoberhaupt messen, mit ihm ins Gespräch kommen, Wünsche und Sorgen äußern. Ein Angebot, für das sich der Bürgermeister bereitstellte, allerdings kein Jugendlicher nutzte.

Vergeblich wartete Persian auf ehrgeizige Kontrahenten: Im Jugendzentrum hatte er sich bereiterklärt, den jungen Bürgern für zwei Stunden Rede und Antwort zu stehen, über den Kickertisch oder beim Billardspiel mit ihnen in Kontakt zu treten. Doch wirkliches Interesse zeigten die wenigen Jugendlichen, die sich am Nachmittag im Jugendzentrum aufhielten, am Stadtoberhaupt nicht.

Um das Eis zu brechen, ergriff Persian selbst die Initiative und forderte Sozialpädagoge Yannick Pauli und die zwei jungen Flüchtlinge, Shadie Seekh (21) aus Syrien und Hassan Hayek (22) aus dem Libanon, zu einer kleinen Kickerpartie heraus. Darüber hinaus entwickelte sich allerdings nur ein einseitiges Gespräch, bei dem sich Persian über die beiden jungen Männer erkundigte.

"Mir geht es darum, hier ansprechbar zu sein. Da kommt es nicht auf die Menge an", sagte der Bürgermeister. Als persönliche Niederlage empfand er das offensichtliche Desinteresse der Jugend nicht: "Man könnte das Ganze ja auch positiv werten und so verstehen, dass die Jugendlichen zufrieden sind."

Für weitere Treffen im Jugendzentrum zeigte sich das Stadtoberhaupt offen. "Natürlich, die Bürger sollen wissen, dass ich für sie da bin und ein offenes Ohr für sie habe."

Andrea Poranzke gab sich trotz der nahezu nicht vorhandenen Resonanz der Jugendlichen eher gelassen. "Es ist ein Angebot an die Jugendlichen, ihre Stadt mitzugestalten, den Bürgermeister mal kennenzulernen, ihn mit Fragen zu löchern und ihm ihre Wünsche zu äußern", sagte sie. "Wenn sie dem nicht folgen, das Angebot nicht nutzen, dann darf der Bürgermeister das nicht persönlich nehmen. Die Jugendlichen heutzutage sind eben sehr unverbindlich."

Das merke die Leiterin auch an ihrer täglichen Arbeit. "Mal sitzen wir hier alleine im Jugendzentrum, andere Male kommen von jetzt auf gleich 30 Jugendliche rein."

Die Idee zu diesem Angebot hatte sich Poranzke aus der Nachbarstadt abgeschaut. "In Wipperfürth wird das regelmäßig angeboten und sehr gut angenommen", sagte sie. Grundsätzlich würde sie das Treffen mit Bürgermeister Persian gerne wiederholen, schließlich müssten sich solche Angebote ja erst etablieren. "Wir in Hückeswagen ticken etwas langsamer. Aber wenn wir dann anspringen, dann läuft es auch", sagte sie.

Quelle: RP
 
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