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Hückeswagen
Buswartehäuschen beschmiert - Stadt stellt Anzeige

Hückeswagen: Buswartehäuschen beschmiert - Stadt stellt Anzeige
Seiner Lust am Beschmieren fremden Eigentums ließ ein bislang unbekannter Täter im Buswartehäuschen an der Bahnhofstraße freien Lauf. FOTO: weitzdörfer
Hückeswagen. Immer wieder gibt es Menschen, denen es völlig egal ist, wenn sie fremdes Eigentum mutwillig beschmieren und zerstören. So geschehen am eigentlich künstlerisch wertvollen Buswartehäuschen an der Bahnhofstraße (von vielen liebevoll "Wohnzimmer" genannt). Von Joachim Rüttgen

Die Graffiti-Künstlerin Marlen Krüger (früher Nitzsche) hatte die Fläche hochwertig gestaltet. Seitdem bewunderten viele Gäste auch aus der weiteren Umgebung den hübschen Hingucker.

Nun hat ein Unbekannter aber mit einem schwarzen Edding-Stift "ganze Arbeit geleistet" und das Kunstwerk beschmiert. Zahlen sind da deutlich zu erkennen, außerdem Telefonnummern, Sätze und Begriffe. "Wir haben bereits Strafanzeige bei der Polizei gegen unbekannt gestellt", sagt Roland Kissau vom Hückeswagener Ordnungsamt. Leider würden sich gewisse Menschen immer da künstlerisch austoben, wo es nun wirklich nicht erlaubt sei.

Der Arbeitskreis Stadtmarketing hatte im vergangenen Jahr eigens für das Kunstwerk eine Spendenaktion gestartet, damit die Künstlerin eine Graffiti-Schutzschicht auftragen kann. Sie soll verhindern, dass das Buswartehäuschen von unkontrollierten Graffiti-Sprühern heimgesucht wird. Gegen Edding wirkt diese Schicht aber erstmal nicht.

Künstlerin Marlen Krüger machte sich am Dienstagnachmittag ans Werk um zu testen, mit welchen Mitteln sie der schwarzen Stiftfarbe begegnen kann. Erfreuliches Fazit: "Ich muss kein spezielles Lösungsmittel bestellen, sondern kann den Edding mit Spiritus entfernen", sagte sie. Sie habe zunächst eine kleine Fläche über dem Stromkasten behandelt und werde das Ergebnis der Stadt mitteilen. Die müsse entscheiden, ob sie das Kunstwerk weiter bearbeiten soll. "Neu auftragen muss ich das Motiv nicht, denn das Kunstwerk ist nicht beschädigt. Damit hat die Graffiti-Schutzschicht einen positiven Effekt", sagte Marlen Krüger.

Die Künstlerin ist genervt von der reinen Zerstörungswut. "Ich find's unfassbar, und irgendwann hat man auch keine Lust mehr", sagte sie. Wenn die Stadtverwaltung grünes Licht gibt, dann will sie auf jeden Fall den Rest an Graffiti-Schutzlack noch über ihr Kunstwerk streichen. "Sicher ist sicher", sagt sie.

Quelle: RP
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