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Hückeswagen
BZG hält Archiv-Umsiedlung immer noch für falsch

Hückeswagen. Am letzten Tag im Mai dürften die Mitglieder des Vereins Bergische Zeitgeschichte (BZG), der sich ebenfalls der Geschichte von Wermelskirchen und Radevormwald widmet, eine Träne im Knopfloch haben. Von Wolfgang Weitzdörfer

Dann nämlich wird das neue Hückeswagener Stadtarchiv in der ehemaligen Alice-Salomon-Schule in der Wipperfürther Neye-Siedlung offiziell eingeweiht. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend im Hotel Kniep wurde über die Ratsentscheidung vom vergangenen September zwar nicht mehr groß lamentiert. Es wurde aber deutlich, dass die Entscheidung dem Verein übel aufgestoßen ist. "Wir waren natürlich dagegen, dass diese wichtigen Quellen der Hückeswagener Stadtgeschichte ausgelagert werden sollen", sagte die Vorsitzende Iris Kausemann. Aber schon beim Ortsbesuch im August sei die Entscheidung des Rates wohl beschlossene Sache gewesen. Ohnehin eine ungewöhnliche Sache, wie die Vorsitzende weiter sagte: "In NRW ist mir so ein Fall nicht bekannt. Zwar gibt es immer wieder Zusammenlegungen von Archiven. Dann aber, wenn die Archive neu aufgebaut werden." Bei der Eröffnungsfeier am 31. Mai werde man aber selbstverständlich als Verein Präsenz zeigen.

Große Aufregung herrschte am 4. Oktober: "Ein Vereinsmitglied hatte am Abend Rauchentwicklung in der Geschäftsstelle festgestellt und die Feuerwehr gerufen", berichtete die Vorsitzende. Grund war eine weggeworfene, noch brennende Zigarettenkippe, die einen Schwelbrand im Treppenhaus ausgelöst hatte. Zum Glück sei der Brand rechtzeitig entdeckt worden. Unabhängig davon stehe für dieses Jahr die Renovierung der Geschäftsstelle an der Islandstraße 1 an. Boden und Wände im vorderen Raum sollen dabei renoviert werden.

Beim Offenen Adventskalender der Diakonie Fachstelle Sucht hatte die BZG im Dezember nur wenig Resonanz bekommen. "Deswegen werden wir uns daran in diesem Jahr nicht wieder beteiligen", sagte Kausemann. Ebenfalls mangelndes Publikumsinteresse hatte die Veranstaltung "Rede mit Ede" im Kultur-Haus Zach kurz vor Weihnachten hervorgerufen, die jedoch als sehr gelungener Termin empfunden worden war.

Ein weiterer Höhepunkt des vergangenen Geschäftsjahres war die Beteiligung an der Buchveröffentlichung und Ausstellung von Dr. Axel Bornkessel "Im Schatten des Krieges" über die heutigen Partnerstädte Etaples und Hückeswagen während des Ersten Weltkrieges. "Zur Ausstellung kamen mehr als 200 Besucher, das Buch ist praktisch ausverkauft", sagte die Vorsitzende.

Die Planungen für dieses Jahr: Voraussichtlich am 24. November werden die "Stolpersteine" für drei erschossene Kommunisten in der Stadt verlegt, kündigte Kausemann an. "Der Rat hat zugestimmt." Zudem werde sich die AG "Dörpinghaus", die sich um das Fotoarchiv des früheren BM-Reporters Theo Dörpinghaus kümmert, mit einem neuen Projekt befassen. Dieses Mal soll es um das Thema "Stadtentwicklung in Hückeswagen" gehen.

Bei den Neuwahlen des BZG-Vorstands gab es keine Überraschungen: Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.

Quelle: RP
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