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Hückeswagen
Cäcilianer erinnern sich an Scheel

Hückeswagen. Mit einer besonderen Episode ist Alt-Bundespräsident Walter Scheel, der am Dienstag im Alter von 97 Jahren gestorben ist, in die Annalen des Pfarrcäcilienchor von 1805 eingegangen.

1975, im Jahr seines 170-jährigen Bestehens, sollte dem Chor im baden-württembergischen Trossingen die Zelter-Plakette vom damaligen Bundespräsidenten Scheel überreicht werden. Aus der gesamten Republik waren Chorvorstände angereist. Durch einen eklatanten Übermittlungsfehler war jedoch niemandem der zu Ehrenden mitgeteilt worden, dass lediglich einem Chor aus Stuttgart die Medaille nebst Urkunde verliehen werden sollte. Für alle anderen gab es hingegen nur ein "symbolisches" Dabeisein-Dürfen.

In Trossingen kam es daraufhin am Vorabend des Festakts zu einem Aufstand. Dabei waren auch die Hückeswagener Sängerinnen und Sänger, die dem damals verantwortlichen Minister "auf die Pelle rückten". Der aber hielt sich bedeckt. Beim Festakt in der Trossinger "Hohner-Halle" war es dann Bundespräsident Walter Scheel, der mit netten Worten die Wogen glättete und den Organisationsfehler eingestand.

Beim Herausgehen aus der Halle streifte im Gedränge eine Hückeswagener Sopranistin mit ihrer Bluse den bundespräsidialen Anzug-Ärmel. Ihr Kommentar: "Meine Bluse ist durch die Berührung derart aufgewertet, die wird nicht mehr gewaschen!"

Die Zelter-Plakette wurde im Übrigen erst Wochen später dem Cäcilien-Vorsitzenden durch den damaligen NRW-Kultusminister Jürgen Girgensohn überreicht.

(rt)
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