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Serie 125 Jahre Liederkranz Grünestraße (ende)
Chor zwischen Gesang und Brauchtum

Serie 125 Jahre Liederkranz Grünestraße (ende): Chor zwischen Gesang und Brauchtum
Diese Sänger bilden derzeit den Chor, der sein 125-jähriges Bestehen feiert. Aufgestellt haben sie sich vor ihrem Stamm- und Probelokal Hager, Grünestraße. FOTO: Horst Hebbinghaus
Hückeswagen. Der MGV "Liederkranz" Grünestraße feiert sein 125-jähriges Bestehen. In einer Serie blickt die BM auf die Geschichte des Chors zurück, der 1891 in Röttgen gegründet wurde. Die Sänger haben sich auch der Brauchtum-Pflege verschrieben. Von Franz Mostert

hückeswagen Wenn vom 125-jährigen MGV "Liederkranz" Grünestraße die Rede ist, erinnern sich viele Hückeswagener nicht nur an "Hickstümper" Chorgesang, sondern auch an Aktivitäten geselliger Art. Als dann in den 1950er und -60er Jahren im Jahresturnus Gesangvereins- und Feuerwehrfeste Schlag auf Schlag folgten, war vor allem das Sommerfest des Chors ein ganz besonderes Ereignis in Hückeswagen. Denn wo gab es schon einen Tanz auf der Tenne?

Wenn die Wirtsleute Hager ihre Riesenscheune von landwirtschaflichem Gerät geräumt hatten, wurde nach dem Wurst- und Getränkegenuss draußen im Inneren ein regelrechtes Laubhütten-Fest unter Birkenreisern gefeiert. Das klappte auf Anhieb im Juni 1957. Musik und Gesang dominierten immer. Die Sommerfeste am "Hickstump" blieben solange Klammer zwischen Stadt und Land, bis dass Sänger und deren Partnerinnen meinten: Jetzt reicht's!

Auch das Altstadtfest kam nicht ohne den MGV aus. So bauten die Sänger ihre Kegelbahn vom Sommerfest unterhalb der Pauluskirche

auf. Da ging es bis spät in die Nächte hinein in die Vollen. Später folgten viele Jahre mit heißen Würstchen auf der Marktstraße.

An Originalität ist im gesamten Bereich Hückeswagens das jährlich seit 1960 von den Sängern organisierte Pfingsteier-Singen an den Pfingstsamstagen nicht zu toppen. Mit diesem uralten Brauch bekennen sich die Sänger zu den Wurzeln ihres Vereins auf dem Land, der 1891 im nahen Röttgen gegründet wurde. Dazu muss auch erläutert werden, dass der MGV einen großen Kreis fördernder Mitglieder zählt. Alle können zu Pfingsten nicht besucht werden, einige stehen jedoch nach wie vor auf der Besuchsliste.

Wenn die Sänger, angetan mit leichtem Bieranzug, wie sie scherzhaft sagen, in den ersten Jahren zu Fuß unterwegs waren, so muss in jüngster Zeit ein Planwagen herhalten. Oft geht es bis hinter die Burghöfe. An den Höfen erklingt es dann in vielen Strophen halb Heukeshowwer Platt und ein wenig Hochdeutsch: "Vie kommen herjejangen. Feine Rosenblümelein. De Eier te empfangen. Feine Rosenblümelein. Wacker ess datt Mädchen. . ." Dann gibt es in der Regel neben dem traditionellen Schnäpschen den erwarteten Eiersegen. Die zwei Wirtinnen von der Grünestraße warten derweil. Zurück von der Tour, werden die Eier gekocht oder in die Pfanne gehauen.

Vom schönen Brauchtum im südöstlichen Hückeswagen lassen sich die Sänger vom "Liederkranz" nicht abbringen. Vorsitzender Hans-Peter Hildebrandt bringt es auf den Punkt: "Der Chorgesang ist das Gefüge. Die Geselligkeit ist der Kitt, der den Verein zusammenhält."

Quelle: RP
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