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Hückeswagen
Das Konzept für den EvB-Ganztag steht

Hückeswagen. Im kommenden Schuljahr startet am Wipperfürther Engelbert-von-Berg-Gymnasium (EvB) der gebundene Ganztag. Das gilt dann auch für Hückeswagener Kinder der Klasse 5. Die Schule arbeitet mit Vereinen als Kooperationspartner. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ab dem Schuljahr 2016/17 wird sich am Wipperfürther EvB, das auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Hückeswagen besuchen, einiges ändern. Dann ist nicht nur der umfangreiche Neubau mit der 200 Schüler fassenden Mensa voraussichtlich abgeschlossen, vor allem werden die Fünftklässler dieses Jahrgangs im neu geschaffenen gebundenen Ganztag eingeschult. Das bedeutet für die zukünftigen Gymnasiasten vor allem ein Mehr an Schulstunden pro Woche.

Zumindest auf dem Papier. Denn es wird zwar drei sogenannte Langtage geben, an denen bis fast 16 Uhr Betreuung durch die Lehrer gewährleistet ist. Es handelt sich aber nicht um eine Aufstockung des Regelunterrichts, der nach der NRW-Stundentafel 30 Stunden umfasst: "Das ist dadurch abgedeckt, fünf Schultage zu jeweils sechs Schulstunden anzubieten", erläuterte gestern Schulleiter Werner Kronenberg in einem Pressegespräch. Bei den Langtagen handelt es sich um Zusatzangebote, vier Wochenstunden sogenannter Lernzeit, bei denen die Schüler unter der gezielten Betreuung ihrer Fachlehrer lernen können. Dazu kommen zwei Wochenstunden mit sogenannten AG-Pflicht-Angeboten. Kronenberg: "Ganztag ist nicht mehr Unterricht, sondern Lernen und Leben in einer Schule, die auf neue Anforderungen pädagogisch reagiert."

Weil das aber nicht allen Eltern der künftigen Fünftklässlern direkt klar war, hatte man sich im EvB dazu entschieden, jetzt eine Informationsoffensive zu starten, wie Kronenberg weiter sagte: "Am Dienstag fand bereits der vierte Informationstag an den Grundschulen statt. Ende kommender Woche ist bei uns ein Tag der offenen Tür, bei dem die Eltern zum letzten Mal informiert werden, was sie erwartet, wenn sie ihre Kinder für das kommende Schuljahr bei uns anmelden."

Eine Besonderheit, die zwar nicht am EvB erfunden, aber vom Team um Ganztags-Koordinator Peter Oberberg dankbar aufgenommen wurde, ist das sogenannte Drehtürmodell: "Hier gibt es für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die zwei Wochenstunden der AG-Pflicht-Angebote bei einem unserer Koordinationspartner zu belegen. Das kann ein Chor sein, ein Fußballverein oder auch die Teilnahme an der Instrumentenklasse der Musikschule - unabhängig vom Nachmittag, sie gehen einfach ganz regulär ins jeweilige Angebot", erläuterte Oberberg. Die Zusammenarbeit ist vertraglich geregelt.

Bereits jetzt sind die Schützenkapelle Wipperfeld, die Musikvereine aus Dohrgaul und Thier sowie die Musikschule Wipperfürth als Kooperationspartner an Bord, Gespräche laufen zudem mit dem VfR Wipperfürth und dem Badminton-Verein Wipperfeld. "Das ist ein Prozess", betonte Kronenberg und fügte an: "Wir haben zunächst einen Schwerpunkt auf die Musikvereine gelegt, weil das EvB nun einmal eine lange und ausgeprägte Musik- und Theatertradition hat. Aber alle gemeinnützigen Vereine können teilnehmen." Letztlich sei es eine Win-Win-Situation für alle drei Beteiligten: Die Vereine haben es einfacher mit der Nachwuchsrekrutierung, die Schüler haben einen Langtag weniger, und für die Schule bedeutet es zum einen eine Öffnung der Schule zu den Vereinen, zum anderen aber auch eine Ressourcen-Einsparung.

Quelle: RP
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