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Hückeswagen
Das Stadtarchiv wird bald eingeräumt

Hückeswagen: Das Stadtarchiv wird bald eingeräumt
Die wichtigsten Umbauarbeiten im Gebäude der ehemaligen Alice-Salomon-Schule sind erledigt. In diesem Raum im Erdgeschoss wurden bereits die Schienen für die Regalsysteme im Boden befestigt. Auch die Verlegung der Stromkabel und der Wasserleitungen ist beendet. FOTO: Moll
Hückeswagen. Noch im ersten Quartal des neuen Jahres soll das gemeinsame Stadtarchiv von Hückeswagen und Wipperfürth in der ehemaligen Alice-Salomon-Schule für Besucher geöffnet werden. Die wichtigsten Arbeiten sind bereits erledigt. Von Stephan Büllesbach

Von außen weist kaum etwas auf das zukünftige gemeinsame Stadtarchiv an der Wipperfürther Michaelstraße in der Neye-Siedlung hin. Auf den Eternitplatten am Haupteingang steht noch das Schild "Alice-Salomon-Schule", und ein Schild weist einen Parkplatz für die Schulleitung aus. Doch beides ist seit einem halben Jahren Geschichte, wurde die Förderschule doch zum Schuljahresende 2014/15 geschlossen. Claudia Sträter, die damalige Leiterin, parkt ihren Wagen jetzt in Hückeswagen, denn sie übernahm im August die Leitung der Löwen-Grundschule.

In einem ehemaligen Klassenraum im Erdgeschoss warten die in Karton verpackten Hückeswagener Archivalien darauf, in die noch aufzustellenden Regale eingeräumt zu werden. Die Fenster sind bereits mit dunkler Folie beklebt (l.), damit die sensiblen historischen Schätze nicht durch Sonnenlicht Schaden nehmen. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Im Eingangsbereich liegen jedoch einige Säcke Putz, und auf der zum Kindergarten hin gelegenen Seite sind viele Fenster mit einer schwarzen Folie bedeckt. "Diese Verdunklung ist notwendig", erläutert Monika Zschachlitz, die bei der Stadt Wipperfürth den Archivaufbau und den Umbau der ehemaligen Schule koordiniert, im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn die Archivalien, die in den entsprechenden Räumen gelagert werden, müssen vor UV-Strahlung und Hitze geschützt werden. So sorgen die Folien dafür, dass die Raumtemperatur optimale rund 18 Grad beträgt. Nicht verdunkelt sind hingegen die Fenster der Büros, der Besucherräume - wo die Archivalien eingesehen werden können - und die ehemalige Lehrküche und der frühere Speisesaal in der zweiten Etage, wo das Wipperfürther Zwischenarchiv untergebracht werden wird.

Auf vier Holzpaletten stehen im Flur unzählige Pappkartons mit den Schätzen des Hückeswagener Archivs, die im September im ehemaligen Archiv an der Ewald-Gnau-Straße für den Umzug in die Nachbarstadt gepackt worden waren. Damit sie nicht herunterfallen oder sich Staub auf das historische Papier legt, wurden sie mit Folie umwickelt. Gleiches gilt für die fünf Paletten und etlichen Umzugskartons, die im Raum 0.2 direkt neben dem Eingang abgestellt wurden.

Noch sind alle umwickelten Paletten und Kartons einer großen Staubentwicklung ausgesetzt, waren doch bis kurz vor Weihnachten die Handwerker in der früheren Schule kräftig zugange. So wurden viele Meter Stromkabel und auch Wasserleitungen neu verlegt. In den Räumen mit Akten, vergilbtem Papier, alten Fotografien oder Zeitungsbänden dürfen keine Wasserleitungen mehr liegen. "Somit soll möglichen Wasserschäden vorgebeugt werden", erläutert Monika Zschachlitz. In den Büros der Mitarbeiter wurden jedoch Waschbecken eingebaut, damit sie sich die Hände waschen können. Denn die Archivalien sollten möglichst nur mit sauberen Fingern angefasst werden.

Auffällig im Raum 0.3 im Erdgeschoss sind die drei im Boden eingelassenen Schienen. "Anfang Februar werden hier die Regale installiert", berichtet die Mitarbeiterin der Stadt Wipperfürth. Der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland hat dem Oberbergischen Kreis 15.000 Euro zur Verfügung gestellt, der damit den Einbau einer Regalkompaktanlage finanziert.

In diesen Regalen wird sich ein Großteil des Hückeswagener Archivs wiederfinden. Monika Zschachlitz betont, dass die Archive beider Städte zwar getrennt voneinander verwaltet werden, es aber durchaus sein kann, dass einzelne Bestände zusammengelegt werden. "Der Fundort kann auf der gleichen Regalhöhe sein, aber nicht in den gleichen Kartons", stellt sie klar. Die Bestände, wie sie sind, würden erhalten bleiben. Zumal sich das Wipperfürther Archiv ohnehin erst im Aufbau befindet.

Der Nutzung des gemeinsame Stadtarchivs steht eigentlich kaum noch etwas im Wege. Monika Zschachlitz geht davon aus, dass das Stadtarchiv im Frühjahr, "noch im ersten Quartal", eröffnet werden kann. Es müssen noch einige Wänder verputzt und gestrichen, die Computer installiert und die Arbeitsbereiche eingerichtet werden. Vor dem einräumen der Regale steht jedoch noch eine ausgiebige Grundreinigung aller Etagen und des Treppenhauses an. Denn die Staubschicht durch die Umbauarbeiten ist einer Lagerung von Archivalien nicht gerade dienlich.

Quelle: RP
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