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Hückeswagen
Das THW kämpft gegen den Helferschwund

Hückeswagen. Für das THW engagieren sich bundesweit 83 000 Menschen. Doch ihre Zahl geht zurück. Auch in Hückeswagen. Von Jan Dobrick

Die Struktur des Technischen Hilfswerks ist weltweit einmalig: Als Bundesanstalt gehört das THW organisatorisch zum Geschäftsbereich des Innenministers, aber nur ein Prozent der Mitarbeiter ist hauptamtlich für die Behörde tätig. In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 83 000 ehrenamtliche Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not zu helfen. Doch die Mitgliederzahl sinkt, das THW hat Nachwuchsprobleme. Im Ortsverband Hückeswagen sind 43 Ehrenamtler aktiv, davon 23 unter 18 Jahren in Mini- und Jugendgruppe. "Wir versuchen, dem Helferschwund entgegenzuwirken", sagt Jugendbetreuerin Anna Pier. Anpacken und mithelfen: "Raus aus dem Alltag. Rein ins THW!", lautet der Werbeslogan des Hilfswerks. In Deutschland, Slowenien, auf dem Balkan, in Westafrika, in Jordanien oder im Nordirak waren THW-Kräfte 2014 im Einsatz. Die Ehrenamtlichen kamen auf etwa neun Millionen Dienststunden! Die Hückeswagener leisteten vor allem technische Hilfe bei Großveranstaltungen wie Altstadtfest oder Lenneper Röntgenlauf und bei Naturkatastrophen in der Bundesrepublik (Sturm, Schnee und Überschwemmungen).

Die Helfer über 55 Jahre stellen etwa acht Prozent aller THW-Angehörigen dar. "Durch die neue Mitwirkungsverordnung können Kinder bereits ab sechs Jahren als Junghelfer in das THW eintreten", betont Anna Pier. Die Altersgrenze nach oben sei zudem vollständig entfallen, so dass auch Menschen über 65 Jahren Mitglied werden könnten. Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer ist seit dem Wehrpflicht-Aus 2011 auch in Hückeswagen zurückgegangen. "Wir verfügen zwar weiterhin über eine Fachgruppe Elektroversorgung und über einen Zugtrupp. Die zwei Bergungstrupps mussten aber aus Helfermangel zusammengelegt werden", bedauert die Jugendbetreuerin.

Die Junghelferzahlen waren zuletzt stabil. Pier: "Die im Frühjahr 2014 gegründete Mini-Gruppe ist gut eingespielt. Außerdem entscheiden sich die meisten Junghelfer zu einem Eintritt in den aktiven Dienst." Deutlich schwieriger als die Helfergewinnung gestaltet sich die Helferbindung: Im Alter zwischen 16 und 20 Jahren zögen viele weg, um woanders zu studieren oder eine Ausbildung zu beginnen. Häufig würde das Ehrenamt beim THW auch wegen eines neuen Partners oder eines Babys aufgegeben.

Dem THW beitreten kann man zu jedem Zeitpunkt, nicht nur zu Beginn der Grundausbildung. Diese dauert sechs Monate (14 Samstage), dazu gehört ein Erste-Hilfe-Lehrgang. Bei bestandener Abschlussprüfung dürfen die Helfer - über 18 Jahre und ausreichend geimpft - in den Einsatz. Interessierte können per E-Mail einen Termin für einen "Schnupperdienst" absprechen: ov-hueckeswagen@thw.de www.thw-hueckeswagen.de

Quelle: RP
 
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