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Hückeswagen
Den industriellen Wandel begleiten

Hückeswagen: Den industriellen Wandel begleiten
Zur Durchsetzung ihrer Forderungen gehen die Metaller mit ihrem ersten Bevollmächtigten Marko Röhrig (links) auch auf die Straße. FOTO: mak (Archiv)
Hückeswagen. Im August 1891 wurde der Deutsche Metallarbeiter-Verband gegründet. Er war der Vorläufer der Industriegewerkschaft Metall. Die Verwaltungsstelle Remscheid-Solingen feiert heute in Remscheid das 125-jährige Bestehen. Von Uwe Vetter

Feilenhauer gibt es heute nicht mehr. Aber vor 125 Jahren sorgte dieser Berufsstand in Remscheid mit dafür, dass nach Streiks im August 1891 der Deutsche Metallarbeiter-Verband gegründet wurde - der Vorläufer der heutigen Industriegewerkschaft Metall. In Solingen gab es ebenfalls organisierte Aufstände von Arbeitnehmern in dieser Zeit, auch sie traten dem Metallarbeiter-Verband später bei. Diese Aufstände in Fabriken und Kotten gegen schlechte Arbeitsbedingungen, davon ist Marko Röhrig, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen überzeugt, sorgten dafür, dass die abhängig Beschäftigten heute ein anderes, besseres Leben als damals führen können.

Die Fünf-Tage-Woche beispielsweise wurde eingeführt, die Wochenarbeitszeit deutlich gesenkt, höhere Löhne durchgesetzt - Erfolge, die sich die Gewerkschaften auf ihre Fahnen schreiben können. "Heute geht es insbesondere darum, den industriellen Wandel zu begleiten", sagt Gewerkschaftsfunktionär Marko Röhrig. Die Interessen der Mitarbeiter stehen dabei stets im Vordergrund, es gelte zudem, individuelle Lösungen für Betriebe zu finden.

Denn die Gewerkschaft steht damals wie heute vor der Herausforderung eines stetigen Wandels. "Damals noch musste für erste Gesetze für den Arbeits- und Arbeitnehmerschutz gekämpft werden. Heute sind es Themen wie Industrie 4.0", sagt Marko Röhrig. 125 Jahre Gewerkschaft - die IG Metall feiert dies am heutigen Freitag ab 15 Uhr auf dem Hof der Remscheider Geschäftsstelle an der Elberfelder Straße 39. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach will zu der Jubiläumsfeier kommen. "Alle Mitglieder, mit ihren Freunden und Familien, aber auch Interessierte sind eingeladen", sagt Marko Röhrig, "wir wollten nicht in irgendeinen Festsaal, sondern zusammen feiern".

15.000 Mitglieder zählt die IG Metall Remscheid-Solingen heute. Haan, Hilden, Teile von Erkrath, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen werden ebenfalls von der Verwaltungsstelle Remscheid-Solingen betreut. "Als die IG Metall die Städte Remscheid und Solingen 1990 zusammengelegte, zählten wir noch rund 27.000 Mitglieder", sagt der erste Bevollmächtigte. Aber die Industrie-Gewerkschaft Metall hat ein strukturelles Problem: Die Produktionen vieler Unternehmen sind entweder verschwunden oder es wurde automatisiert. Dadurch schrumpften die Belegschaften, weniger Mitarbeiter bedeuten aber auch weniger Gewerkschaftsmitglieder. Immerhin: Bundesweit zählt die IG Metall etwa 2,3 Millionen Mitglieder. "Es geht heute darum, noch mehr Betriebe für die IG Metall zu erschließen", erklärt der Gewerkschaftsfunktionär, um den Mitgliederbestand stabil zu halten oder gar zu erhöhen. Im Bergischen gebe es einige Betriebe, die noch keinen Betriebsrat hätten oder unter einen Tarifvertrag fallen würden. "Wir haben in der Vergangenheit einige dieser Betriebe erfolgreich erschließen können", sagte Röhrig. Dies sei auch mit ein Grund für den Besuch des Vorsitzenden der IG Metall, Jörg Hofmann, vergangene Woche in Remscheid gewesen: Erfahrungen über den Prozess der erfolgreichen Erschließung von Unternehmen wurden hier ausgetauscht.

Quelle: RP
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