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Hückeswagen
Den Löwen-Schulalltag auf den Kopf gestellt

Hückeswagen: Den Löwen-Schulalltag auf den Kopf gestellt
Claudia Sträter leitet seit einem halben Jahr die Löwen-Grundschule und hat in dieser Zeit für viele Veränderungen gesorgt. Diese und die scheinbar fehlende Kommunikation hatten dazu geführt, dass es vor allem bei einem Teil der Elternschaft zu Unmut gekommen war. Die Probleme sind laut Gunter Warg, Vorsitzender der Schulpflegschaft, aber bei einem klärenden Gespräch Anfang Januar ausgeräumt worden. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Auch wenn es, gerade in der Zusammenarbeit mit den Eltern, etwas knirschte, so zieht Claudia Sträter doch eine positive Bilanz über ihr erstes Halbjahr als Leiterin der Löwen-Grundschule. Von Stephan Büllesbach

Claudia Sträter hält es mit den Kölner Karnevalisten, die die vor zwei Wochen abgelaufene Session unter das Motto "Mer stelle alles op der Kopp" gestellt hatten. So hat die neue Leiterin der Löwen-Grundschule, die zum Schuljahresbeginn im August die langjährige Rektorin und aus eigenem Wunsch ausgeschiedene Beate Dickentmann abgelöst hatte, "den Laden auf den Kopf gestellt".

Viele Dinge sind nun anders. So gibt es nur noch ein Lehrerzimmer statt jeweils eins in beiden Gebäuden des Grundschulverbunds an der Kölner Straße, und alle Kinder werden seit Jahresbeginn in den Räumen der ehemaligen Gemeinschafts-Grundschule unterrichtet - Anfang Dezember zog das zweite Schuljahr von der ehemaligen Katholischen Grundschule um, die Erstklässler folgten kurz vor Weihnachten. In der KGS befinden sich nur noch die Fachräume für Kunst und Musik sowie Teile der Offenen Ganztagsschule (OGS).

"Nach einer ersten Bestandsaufnahme habe ich gemerkt, das geht so nicht", sagt Claudia Sträter mit Blick auf den getrennten Unterricht in zwei Schulgebäuden. "Und wir wollen nicht auf den Umzug ins Realschulgebäude in sechs Jahren warten." Es sei vielleicht ein Vorteil, dass sie von außen komme und die Löwen-Grundschule gleich als eine Schule gesehen habe. Daher habe sie die Schulen jetzt zusammengeführt, was viel Arbeit gewesen sei. "Das soll jetzt aber nicht heißen, dass Beate Dickentmann schlechte Arbeit geleistet hat", betont deren Nachfolgerin.

Nach den ersten Wochen mit allen 283 Schülern an einem Standort resümiert sie: "Das ist zufriedenstellend und war die richtige Entscheidung, weil es auch die Abläufe vereinfacht." Organisiert hatte den Umzug Hausmeister Hans-Joachim Wolff, ihm zur Seite standen die Lehrerinnen. Aber auch einige Eltern hatten sich freiwillig gemeldet.

Zunehmend besser würden auch die Kolleginnen mit ihr zusammenarbeiten, sagt die Schulleiterin. Sie betont, dass sie anders arbeite als Beate Dickentmann, "was mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig ist". Möglicherweise seien einige Pädagoginnen nicht mit der neuen Situation an der Löwen-Grundschule klargekommen. "Es hat Versetzungsanträge unterschiedlicher Art und Begründung gegeben", berichtet Claudia Sträter. Darunter seien familiäre Gründe und berufliche Veränderungen gewesen. Sie weiß aber auch: "Ich verändere viel, womit nicht leicht umzugehen ist." Sie habe verschiedene Schritte tun müssen, die nötig gewesen seien, "um die Schule auch am Leben zu erhalten". Dass aber einige Kollegen der Löwen-Grundschule in den vergangenen knapp sechs Monaten den Rücken gekehrt habe, "finde ich nicht so dramatisch. Jeder hat das Recht zu sagen, mit der Sträter komme ich nicht klar." Abgesehen davon sei die Schule gut besetzt, "uns fehlt keine Stelle".

Jetzt soll es eine Fortbildung für die Kolleginnen zum Thema "Inklusion im Unterricht" geben. "Da kommen große Aufgaben auf die Schule zu", erläutert Claudia Sträter. Denn das Aufgabenfeld der Regelschulpädagogen würde sich verändern. "Wir müssen schauen, dass wir alle Kinder mitnehmen und wie wir mit Verhaltensauffälligkeiten umgehen."

Zurzeit werden acht Flüchtlingskinder an der Grundschule unterrichtet. Sträter: "Es läuft gut; das hätte ich mir schwieriger vorgestellt." Vor allem würden die Kinder total schnell Deutsch sprechen.

Quelle: RP
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