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Rückblende Hückeswagen Vor 50 Jahren
Der Beginn der "singenden Sendboten"

Hückeswagen. Hückeswagen Vor 50 Jahren gründete Chordirektor Hermann Josef Hacke den Hückeswagener Kinderchor "Schloßspatzen". Altbürgermeisterin Agnes Biciste nannte sie in den 1970er Jahren "Die singenden Sendboten unserer Stadt". Damit hob sie die Gruppe vieler musikbegeisterter Mädchen und vereinzelt auch Jungen hervor, die vor allem deutsches Volks- und Kunstliedgut jahrzehntelang exzellent über Hückeswagens Grenzen hinaustrugen. Von Franz Mostert

Der Kirchenmusiker Hacke hatte in den Vorweihnachtstagen 1965 mit ein paar Kindern Adventsliedchen einstudiert. Noch im Dezember 1965 erwuchs die Idee, den jungen Chorklang auszuweiten. Vor der Jahreswende versammelten sich an die 15 Mädchen und Jungen, alle etwa zwölf Jahre alt, und begannen mehrstimmig unter Hackes Leitung mit ersten Stimmübungen.

Das sprach sich in der Stadt herum: Anfang 1966 wollten mehr als 100 Kinder mitsingen. Der "Maestro", damals auch Musiklehrer an der ehemaligen Katholischen Volksschule, legte bei den Donnerstagsproben in der Schulaula im ersten Halbjahr mit 60 bis 70 Sängerinnen und Sängern die Grundlagen zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte.

Aus dem "Kinderchor Hückeswagen" wurden schnell "Die Schloßspatzen". Genauso schnell gewann der Chor an Ansehen, und ersten Konzerten in Hückeswagen folgten Auftritte im bergischen Umland. Chorfahrten und "Bäderreisen" mit "Offenen Singen" und Kurkonzerten wurden zur Tradition.

Die "Schloßspatzen" waren es auch, die 1971, noch vor dem offiziellen Start der Partnerschaft mit Etaples sur Mer, die Freundschaft mit der dortigen Volkstanzgruppe "Les Bons Z'Enfants" aus der Taufe hoben. Es folgten viele gegenseitige Besuche.

Beim vorigen Altstadtfest fragte der langjährige Partnerschaftskomitee-Vorsitzende aus Etaples, Gérard Duflos: "Was machen eigentlich die ,Moineaux du Chateau' noch?" Die Antwort: Die gibt es seit 2007 nicht mehr. Es konnte sich damals kein Vorstand aus der mitverantwortlichen Elternschaft bilden. So bleibt für zwei inzwischen zu Eltern und sogar Großeltern gewordenen ehemaligen "Spatzen-Generationen" die Erinnerung an feinen Chorgesang, die Rundfunkaufnahmen, die Schallplatten-Produktionen und an 25 Jahre zusammen mit Hermann Josef Hacke.

Nachdem der "Herr Kapellmeister" 1990 den Dirigentenstab abgegeben hatte, traten andere Chorleiterinnen und Chorleiter die Nachfolge an. Sie konnten mit neuen "Spätzchen" die Tradition immerhin noch 17 Jahre aufrecht erhalten.

Quelle: RP
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