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Hückeswagen
Der Charme der alten Traktoren

Hückeswagen: Der Charme der alten Traktoren
Auch Burkhard Eggert besuchte das Treffen der Treckerfreunde und informierte sich über die Alte Technik in den Fahrzeugen. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Historische Trecker und Landmaschinen aus vergangenen Zeiten waren auf dem ehemaligen Zach-Gelände zu sehen. Geselligkeit und Fachsimpeln über technische Details standen beim Sommerfest der Treckerfreunde im Mittelpunkt. Von Heike Karsten

Den ganzen Tag über fuhren gestern alte Landmaschinen in Richtung Peterstraße, um am Hückeswagener Trecker-Treffen teilzunehmen. Je nach Weite der Anfahrt konnte das Eintreffen bei einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern schon mal etwas länger dauern. "Dafür sieht man beim Fahren etwas von der Landschaft", sagte Roland Schmitz, Vorsitzender des Treckervereins.

Zum fünften Mal organisierten die "Freunde alter Landmaschinen und Traktoren Hückeswagen" das Treffen und Sommerfest auf dem Gelände der ehemaligen Firma Zach. Durch das stetige Kommen und Gehen ließen sich weder die Besucher noch die ausgestellten Landmaschinen genau zählen. "Es kommen immer so zwischen 60 und 100 Trecker", sagte Schmitz. Die Trecker-Besitzer und Besucher tauschten sich aus über Kaltstarter, Vorglühen, Bremsprobleme, Oldtimer-Versicherung und Restaurierungsmaßnahmen.

"Es ist schwer, die Jugend zu begeistern"

Zu sehen waren unter anderem viele grüne Traktoren der Marke Fendt, ein blauer Unimog und ein Porsche-Diesel der Firma Allgaier im knalligen Orange. Die Spanne der Baujahre reichte von 1940 bis zum Ende der 1970er Jahre.

Wolfgang Kobelt musste in seinen McCormick von 1954 jetzt den Anlasser tauschen. "Nach 54 Jahren hat er den Geist aufgegeben", berichtete der Hückeswagener. Auch die Räder waren porös und mussten erneuert werden, um das alte, aber zuverlässige Arbeitsgerät über den TÜV zu bekommen. Ansonsten ist der Traktor, den er für 1500 Mark von seinem Onkel Jupp Stormberg gekauft hatte, im Originalzustand und noch im Einsatz. "Damit kann man prima Schneeschieben", sagte der Trecker-Besitzer. Inge und Wolfgang Haack aus Remscheid waren diesmal nur zum Schauen gekommen. "Wir sind schon lange in der Szene. Wenn das Motorradfahren nicht mehr geht, muss man sich ein anderes Hobby suchen", sagten die Senioren.

Auch Jüngere hatten Spaß: Ben (6) und Lea (8) aus Wipperfürth saßen Probe und hab herausgefunden, wie die Lenkung mittels Lenkstange, die beim Traktor außen und damit sichtbar ist, funktioniert. Mit dabei war auch Familie Gerke aus Wipperfürth, die mehr als 100 Kilometer lange Strecken bis in die Eifel auf sich nimmt. "Wir hängen den Wohnwagen an den Trecker und machen ein verlängertes Wochenende", erzählte Nicole Gerke. Geduld auf dem Gefährt brauche nicht der Trecker-Fahrer, sondern der nachfolgende Verkehr.

Auf knapp 30 Mitglieder ist der Verein geschrumpft. "Es ist schwer, die Jugend zu begeistern", bedauerte der Vereinsvorsitzende. Dass durch die umliegenden Stadtfeste wie das Hansefest in Wipperfüth weniger Besucher kommen, befürchtete Roland Schmitz nicht. "Das Fest steht und fällt mit dem Wetter", sagte er. Mit den vereinzelten kleinen Regenschauern gestern konnten die Treckerfreunde leben, zumal die ehemalige Werkshalle genügend Unterstellmöglichkeiten bot. Traktor-Fan Norbert Broich konnte seine Leidenschaft an Sohn Niklas (19) weitergeben. Gemeinsam wird an den Maschinen "gebastelt". Lachend berichtete er, welche Ausmaße das Hobby angenommen hat: "Früher hatten wir acht Kühe und einen Trecker, heute haben wir fünf Trecker und keine Kuh."

Quelle: RP
 
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