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Hückeswagen
Der Dieselpreis sinkt und sinkt und sinkt

Hückeswagen: Der Dieselpreis sinkt und sinkt und sinkt
So günstig war der Sprit schon seit Jahren nicht mehr, der Diesel kostet derzeit mitunter sogar weniger als ein Euro. FOTO: Weitzdörfer
Hückeswagen. Der Sprit ist seit Wochen bereits im Sinkflug und wieder günstig geworden. Seit wenigen Tagen unterschreitet der Preis für den Liter Diesel erstmals seit vielen Jahren wieder die Ein-Euro-Marke. Unsere Redaktion hat sich an den Tankstellen umgesehen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Umso schöner ist es für ihn daher zurzeit, dass sich die Spritpreise schon seit vielen Monaten relativ konstant auf einem erträglichen Level befinden. Kurz vor Weihnachten hat der Dieselpreis seit langer Zeit sogar wieder die magische Marke von einem Euro unterschritten. So kostete er an der freien sowie der Shell-Tankstelle an der Peterstraße 98 Cent, an der Jaeger-Tankstelle in Hämmern ist er sogar noch einen Cent günstiger.

Jürgen Springenberg ist Geschäftsführer von Mineralöl Vielhauer aus Bergisch Gladbach, Betreiber der BFT-Tankstelle an der Peterstraße. "Die Preisgestaltung ist in erster Linie abhängig von den Einkaufspreisen bei den Raffineuren - das sind in unserer Region vor allem BP/Aral, die ihren Sitz in Gelsenkirchen haben, sowie Shell in Köln", sagt Springenberg. Vielhauer versorgt sich selbst, kauft direkt bei den Raffineuren und beliefert dann die eigenen Tankstellen. Da die Barrelpreise für Rohöl in Dollar abgerechnet werden, profitiert man hierzulande derzeit auch vom niedrigen Dollarkurs.

Das Rohöl, das BP/Aral und Shell raffinieren, kommt derzeit zu einem großen Teil aus Russland. "Weil aber die OPEC-Staaten derzeit ihr Produktionsvolumen nicht drosseln, gibt es auf dem Markt eine Überproduktion - und damit sinken die Preise", erläutert Springenberg. Darüber freuen sich die Autofahrer, denn das Angebot bestimmt die Nachfrage, was für günstige Kurse an den Zapfsäulen sorgt.

Allerdings schränkt der Vielhauer-Geschäftsführer ein: "Natürlich geht es auf lange Sicht nicht immer noch billiger. Irgendwann ist die Talsohle erreicht, dann werden die Spritpreise auch wieder steigen." Es ergebe zwar überhaupt keinen Sinn, sich da irgendwie in Form einer Prognose festlegen zu wollen. "Aber dass der Preis nicht endlos fallen kann, müsste eigentlich jedem einleuchten."

Thomas Schaefer, Energieberater aus Burscheid, tankt an der freien Tankstelle gerade Diesel nach. Er sieht die Entwicklung ein wenig mit gemischten Gefühlen: "Wir sollten die Ressourcen schonen. Ich sehe das alleine schon aus beruflichen Gründen etwas differenzierter." Die großen Vier - RWE, EnBW, Vattenfall und Eon - hätten Einfluss auch auf den Benzinpreis. Schaefer fordert: "Es muss definitiv mehr in erneuerbare Energien investiert werden, genauso übrigens in Bildung und Forschung - meiner Meinung nach sind da zu große Unterschiede." Auf der anderen Seite sei es natürlich gerade für ihn, der viel auf Außenterminen unterwegs ist, eine enorme finanzielle Erleichterung, wenn der Sprit günstig ist.

Dieter Koch fährt einen Opel Astra Diesel und tankt den Wagen an der Shell-Tankstelle für die Heimfahrt voll: "Ich war hier bei Freunden zu Besuch, jetzt muss ich wieder in Richtung Kiel. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich gesehen habe, wie günstig Diesel gerade ist", sagt der Rentner und schmunzelt. "Aber eigentlich können wir uns gerade eh kaum beschweren, die Preise sind doch lange Zeit vergleichsweise moderat gewesen." Trotzdem sei ein solcher "Ausreißer" unter die Ein-Euro-Grenze auch mal schön.

Koch hängt die Zapfpistole wieder an die Säule und geht fröhlich zur Kasse. Schließlich war die Tankfüllung so günstig wie schon lange nicht mehr.

Quelle: RP
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