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Hückeswagen
Der Hilfe für Bedürftige verschrieben

Hückeswagen: Der Hilfe für Bedürftige verschrieben
1963, bei einer internationalen Bibelfreizeit im holländischen Doorn, lernten sich die gebürtige Westpreußin Gertrud Fischer und der gebürtige Niederschlesier Dieter Rauer kennen. Seit 1979 lebt das Ehepaar an der Sperberstraße. FOTO: Hertgen
Hückeswagen. Gertrud und Dieter Rauer sind am Donnerstag 50 Jahren miteinander verheiratet. Musik und soziales Engagement bilden zwei wichtige Schwerpunkte in ihrem Leben. So haben sie vor 14 Jahren die Islandtafel mit initiiert. Von Franz Mostert

Das verbindende Element für den Ehebund zwischen Gertrud Rauer (72), geborene Fischer, und ihrem ein Jahr älteren Mann Dieter Rauer war nach eigener Schilderung vom ersten Tag ihrer Begegnung an die Musik. "Das war 1963 bei einer internationalen Bibelfreizeit im holländischen Doorn", erinnert sich der 73-Jährige. "Es mag vielleicht nicht gleich Liebe auf den ersten Blick gewesen sein", berichtet seine Frau. Aber eine gewisse Faszination damals sei schon von ihm als Leiter eines deutschsprachigen Chores ausgegangen. Bei Dieter Rauer waren die Gefühle deutlich konkreter: "Als ich sie sah, da wusste ich: Die oder keine!"

Zur Chor- und Instrumentalmusik, zum gemeinsamen Glaubensbekenntnis als aktive Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kreuzkirche kommt bei Rauers eine in Hückeswagen allseits geschätzte Komponente hinzu: Seit 2001 gibt es am Ort die Islandtafel, die Suppenküche für Bedürftige, und mit ihr das starke Engagement des Ehepaars Rauer; Dieter Rauer ist der Vorsitzende des christlichen Vereins. Etwa 55 Menschen, die aus vielerlei Gründen diese soziale Einrichtung in Anspruch nehmen, profitieren wöchentlich von dem Engagement. Zusammen mit 15 Mitarbeitern erhalten die beiden Rauers das diakonische Werk der Brüderlichkeit aufrecht.

Das Ehepaar feiert offiziell am 20. August Goldhochzeit. "Das war der Tag, als mein Bruder Heinz den Brautsegen über uns beide sprach", erinnert sich Dieter Rauer. "Richtig feiern wollen wir in großer Runde und vor allem mit den Familien unserer drei Kinder aber erst am Samstag, 29. August", ergänzt Gertrud Rauer. "Dann sind auch unsere fünf Enkel dabei. Da kommt bestimmt Freude auf!"

Beide Rauers sind durch Nachkriegseinwirkungen nach Hückeswagen gekommen. Während Gertrud Fischer zusammen mit Eltern und fünf Geschwistern ihre angestammte Heimat Wolfsanger in Westpreußen verlassen musste, traf die Familie Rauer das gleiche Schicksal im Januar 1946, als sie aus Sagan in Niederschlesien vertrieben wurde. Die Familie Fischer kam in Rotenburg/Wümme unter, die Rauers zog es nach dem Sammellager Saal Kox auf Scheideweg zunächst in eine Wohnung an der Marktstraße und später an der Peterstraße.

"Ohne Musik ging bei uns gar nichts," sagt Dieter Rauer. Das erste Möbelstück, das angeschafft wurde, sei denn auch ein Klavier gewesen. Nach der Schulzeit in Rotenburg wurde die junge Gertrud Fischer zur Arzthelferin ausgebildet. Ihr späterer Mann arbeitete als Ingenieur bei den Lenneper Firmen Haas und Barmag, später bei Unternehmen in Wermelskirchen und Gevelsberg. Unisono sagt das Ehepaar: "Nach beruflichem und familiärem Ruhestand ist der Kopf nun so richtig frei für eine Art der Hilfe, besonders für solche, die es schwer haben, ,normalen' Ansprüchen gerecht zu werden." Auch dabei vergessen beide nicht, auf die wohltuende Wirkung von Musik und Gesang zu setzen.

Schon seit Februar 1979 leben Gertrud und Dieter Rauer im Eigenheim an der Sperberstraße und schwärmen: "Hinten ein Balkon und auch vor dem Haus noch einer. Morgen- und Abendsonne sind so garantiert."

Was die Musik betrifft, da stehen im Wohnzimmer ein Pianino und nebenan das unverzichtbare Klavier.

Quelle: RP
 
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