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Die Woche
Der Hückeswagener Schulfrieden ist in Gefahr

Die Woche: Der Hückeswagener Schulfrieden ist in Gefahr
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Die Politiker in Hückeswagen waren vor Jahren einmal richtig stolz auf ihre Schulpolitik. Und vor allem darauf, dass sie mit ihrem Parteien übergreifenden Beschluss zum Bau der Sekundarschule Schulfrieden in der Stadt geschaffen hatten. Die Sekundarschule scheiterte 2014 bekanntlich am Elternwillen. Danach wurde es auch politisch schwieriger im Ringen um eine Alternative zur Zukunftssicherung der Schullandschaft in der Kleinstadt. Dennoch: Auch 2015 schien der Frieden letztlich gewahrt, als der Rat mit sehr großer Mehrheit den Schul-Tausch beschloss. Von Stephan Büllesbach

Am Dienstag wird er vermutlich den selben Beschluss noch einmal fassen, wenn auch nicht mehr mit so großer Mehrheit wie vor zwei Jahren. Aber inzwischen ist definitiv Schluss mit friedlich - nicht nur in den politischen Gremien. Unter den Eltern herrscht offensichtlich hohe Unzufriedenheit mit der aktuellen Schulpolitik. Das wurde beim Kolping-Bürgerforum deutlich. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Grasemann hatte am Ende der hoch emotional geführten Diskussion gesagt, dass alle nach dem Ratsbeschluss gemeinsam an der Umsetzung arbeiten müssen. Würde stattdessen schlechte Stimmung verbreitet, würde das den Schulen schwer schaden.

Tatsächlich schien das Bürgerforum zu signalisieren: Schlechte Stimmung über die Schulpolitik muss nicht mehr erst verbreitet werden, sie herrscht schon länger vor. Vor allem unter betroffenen Eltern und Lehrern. Sie verstehen nicht, warum der selbe Beschluss gefasst werden soll wie schon 2015, wenn die Politik sich doch seitdem nicht bemüßigt fühlte, auf dessen Umsetzung zu drängen.

Das ernüchternde Fazit dieser Woche: Schulkonsens und Schulfrieden sind in Hückeswagen genauso gescheitert wie vor dreieinhalb Jahren die Sekundarschule.

Dass es auch miteinander, besser gesagt: wieder miteinander geht, wurde diese Woche an anderer Stelle deutlich - die Handwerker haben nach einjähriger Schmoll-Pause den Weihnachtsbaum auf dem Schlosshof aufgestellt. Ehrenamtlich, wie immer. Nachdem die Stadtverwaltung sie nicht bei der Schlosssanierung hinzugezogen hatten, waren die Handwerker verstimmt und erklärten sich 2016 nicht bereit, den Baum zu holen und aufzustellen. Die Verwaltung hat sich entschuldig, und nun sind alle wieder glücklich. Schön.

Weniger schön sind manche Kommentare im Internet zum bevorstehenden Abriss von Haus Hartmann. Natürlich ist es schade, wenn ein Traditionshaus verschwindet. Doch allen Kritikern sei gesagt: Im Februar stand eine Zwangsversteigerung an. Wer das Haus Hartmann hätte retten wollen, hätte selbst zuschlagen können. Und wenn sich eine Sanierung nicht lohnt, bleiben halt nur Abriss und Neubau. Das ist auch gut so, ansonsten würden wir heute noch in Höhlen oder primitiven Holzschuppen hausen.

Quelle: RP
 
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