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Hückeswagen
Der Mann mit Hut feiert Jubiläum

Hückeswagen: Der Mann mit Hut feiert Jubiläum
Der Hut ist das Markenzeichen von Michael Finthammer. FOTO: Dörner (Archiv)
Hückeswagen. Seit 50 Jahren steht Michael Finthammer auf der Bühne. Der gebürtige Dhünner ist Gastmusiker beim Konzert anlässlich des silbernen Bühnenjubiläums der "Brasshoppers". Dabei wird er auch wieder seine "Vocopete" einsetzen. Von Walter Schubert

Das jährliche Bigband-Konzert der "Brasshoppers" in der Kattwinkelschen Fabrik steigt in diesem Jahr am Samstag, 2. Dezember. Und wie bei jedem Konzert gibt es auch beim 25-jährigen Bandjubiläum einen Gastmusiker. In diesem Jahr ist es der Jazz-Sänger Michael Finthammer, der sogar auf 50 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken kann.

Michael Finthammer wurde 1950 in Dhünn geboren, absolvierte nach der Schule eine Lehre als Schlosser, um danach Maschinenbau zu studieren. "Wir haben uns im Dhünnschen Freibad getroffen. Volker Bockhacker brachte einen tragbaren Plattenspieler mit", erinnert sich Finthammer. Es war die Zeit der Beatmusik, und in einer Aufbruchstimmung wurde auch im Bergischen Land jede Woche eine neue Band gegründet. "The Strangers" nannte sich die Formation, in der Finthammer die Bassgitarre spielte. Heute zeigt er schmunzelnd eine Urkunde aus dem Jahr 1967 über einen Musik-Wettbewerb mit dem Titel "Golden-Beat-Boy". "Immerhin haben wir den zweiten Platz belegt", sagt Michael Finthammer. Es folgten viele Auftritte in Kneipen, Vereinshäusern, Jugendclubs und auch im damaligen Kino "Parktheater", dem heutigen Norma am Loches-Platz.

Der junge Musiker tarnte sich bei den Auftritten mit einem Hut, damit sein Vater ihn nicht auf Pressefotos erkannte. Denn Vater Finthammer war Pastor in Dhünn, und die Beatmusik hatte bei der älteren Generation einen schweren Stand und war umstritten. Doch die Begeisterung für Musik war nicht aufzuhalten. So brachte sich Michael Finthammer verschiedene Instrumente selbst bei. Ob Gitarre, Bass, Piano oder Schlagzeug - mit jedem Instrument kann er umgehen.

Nach der Beatmusik folgten die Stilrichtungen Blues, Soul und schließlich Jazz. Er belegte Kurse, lernte viel über Gesang und Atemtechnik und erfand seine "Vocopete". Dabei werden die Hände an den Mund gelegt, mit der Kopfstimme wird dann eine gestopfte Trompete imitiert.

Es folgten viele Auftritte für Radio- und Fernsehproduktionen. Er spielte mit der WDR- und der NDR-Bigband sowie mit vielen Profimusikern. "Es war schwierig, den Beruf und die Musik zu verbinden", sagt Michael Finthammer. Als Maschinenbau-Ingenieur arbeitete er im Bereich Arbeitsschutz und war oft unterwegs. "Für Auftritte musste ich meist Urlaub nehmen", sagt er.

Immer wieder war er für einen musikalischen Spaß zu haben. So entstanden 1992 und 1993 die legendären Oldie-Konzerte in der Katt und in der Klosterkirche mit ehemaligen Musikern aus der Beatzeit. Seit 2012 ist er im Vorruhestand. Musik ist neben der Familie immer noch sein Thema. In seinem kleinen Studio wird getüftelt und probiert, denn Finthammer ist in seinem Bereich Perfektionist. Auch die Vorbereitungen für den Auftritt mit den "Brasshoppers" nimmt er ernst. "Da gibt es einen sehr schnell gespielten Bläsersatz, den ich mit der Stimme begleite", erklärt er eine Passage.

Ganz feine und auch bekannte Titel habe sich die Bigband ausgesucht. "Georgia" von Ray Charles gehört dazu oder Titel von Elvis und Joe Cocker. "Pop- und Soulmusik im Bigband-Gewand kombiniert mit einem Jazzsänger - das wird ein toller Abend", sagt Finthammer.

Zum 25. Geburtstag der "Brasshoppers Bigband" wird auch der Bandgründer Bernhard Sanders (ehemals "Bernie's Brasshoppers") dabei sein. Die Band verspricht, dass Sanders "an der einen oder anderen Stelle ins Geschehen eingreift". Bernhard Sanders wird also sicher seine Posaune mitbringen, um es mit seiner Band krachen zu lassen.

Quelle: RP
 
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