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Querbeet
Der Name der Rose am Stock ist irreführend

Hückeswagen. Namen sind manchmal einfach da - und keiner weiß genau, woher sie kommen. Das ist auch bei Blumen so. Besonders anno dazumal, als noch keiner die botanischen Familienzughörigkeiten der Pflanzen kannte. Deshalb hat man wohl alles Rose genannt, was einer Rose ähnelt - also eine leuchtende Blüte in Rosa oder Rot hat. So sind sicher auch Pfingst-, Christ-, Alpen- oder Seerosen zu ihren Edelnamen gekommen. Folgerichtig wurde die Blume, bei der die rosenartigen Blüten wie am Stock aufgereiht sind, Stockrose genannt.

Botanisch handelt es sich jedoch um ein Malvengewächs, das mit dem Hibiskus verwandt ist. Wichtig ist ihm ein sonniger, trockener und windgeschützter Platz. Wenn seine Stöcke sich an einen Zaun oder eine Mauer anlehnen können, haben sie die ideale Bleibe gefunden. Viel Platz brauchen sie auch nicht, denn die Stöcke wurzeln tief.

Wer schon mal auf den nordfriesischen Inseln war, kennt die Gassen mit den Stockrosen vor den weißen Mauern der alten Friesenhäuser. Die Pflanzen wachsen dort aus kleinsten Ritzen im Klinkerboden. Mittlerweile machen sich die edlen "Mauerblumen" aber auch vor bergischem Schiefer richtig gut. Und wer nicht warten möchte, bis die Stockrosen nach der Saat erst im zweiten Jahr blühen, kann im Frühjahr Jungpflanzen setzen.

Nach der Blüte, gegen Ende September, sollten die Triebe etwa handbreit zurückgeschnitten werden. Geschnitten werden sollte zudem bereits vorher, wenn die Stockrose vom Malven-Rost befallen ist. Dabei handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die sich durch rot-braune Pusteln auf der Unterseite der Blätter bemerkbar macht, auf der Oberseite finden sich kleine gelbe Flecken. Sind nur einzelne Blätter befallen, diese unbedingt schnell entfernen! Später hilft nur noch ein kompletter Rückschnitt. Außer diesem Pilz und gelegentlich ein paar Schnecken hat die Rose am Stock wenig Feinde. Aber viele Freunde: Bienen, Hummeln, Menschen. REGINA HILDEBRANDT

Quelle: RP
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