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Hückeswagen
Der Raspo trauert um "Edelfan" Otto Kleppe

Hückeswagen: Der Raspo trauert um "Edelfan" Otto Kleppe
Der Raspo war sein Leben: Otto Kleppe, viele Jahre lang stimmgewaltiger Fan des Fußballvereins, starb in der Vorwoche im Alter von 90 Jahren. FOTO: Moll (Archiv)
Hückeswagen. Der frühere Bauunternehmer und langjährige Unterstützer starb am 30. Oktober im Alter von 90 Jahren.

Die zurückliegenden Meisterschaftsspiele "seines" Raspo dürften Otto Kleppe gefallen haben. Gab es doch zuletzt fünf Siege und ein Unentschieden für die Erste des RSV 09 Hückeswagen. Doch seine Jubelschreie und Anfeuerungen, die altersbedingt in den vergangenen Jahren ohnehin schon weniger und leiser geworden waren, sind jetzt endgültig verstummt: Kleppe starb am Montag voriger Woche im Alter von 90 Jahren. Wenige Wochen vor seinem Tod hatte RSV-Vorsitzender Michael Steffens ihn noch in Neunkirchen am Brand in der Nähe von Erlangen besucht.

76 Jahre lang war der gebürtige Hückeswagener seinem Verein treu gewesen - als Spieler und Sponsor. Und vor allem als stimmgewaltiger Fan, der sich nicht scheute, Schiedsrichter, Gegnern, aber auch den eigenen Spielern die Meinung "zu geigen". 1941 begann Kleppe in der Jugendmannschaft des Raspo, nach der Kriegsgefangenschaft ab 1949 spielte er zunächst in der Reserve.

Viele amüsante Episoden aus seinem Fußballer-Leben hatte er in petto. So erinnerte sich Kleppe gerne an den alten Aschenplatz am Morgenstern (Peterstraße) und dem anschließenden Bad der Kicker in der Wupper. Auch die Fahrt auf dem Holzkocher zum Auswärtsspiel nach Hilchenbach im Siegerland hat er miterlebt. Als seinen größten Erfolg sah er das von ihm erzielte 1:0 gegen den "Erzfeind" VfR Wipperfürth - Spieler und Trainer der Gegner damals war Udo Lattek, der später mit Bayern München etliche nationale und internationale Titel holen sollte.

30 Jahre spielte der ehemalige Bauunternehmer aktiv Fußball, zuletzt bei den "Alten Herren". Ein halbes Jahrhundert lebte Kleppe in Meinerzhagen, wo er ein Baugeschäft betrieb, was dem RSV wiederum zugutekam. Denn ohne seinen gespendeten Kalk hätte der Platz nicht abgegrenzt werden können. Die Stadt hatte früher kein Geld für Kalk zur Linienmarkierung.

Für seine 70-jährige Vereinszugehörigkeit war Kleppe 2011 vom Fußballverband Niederrhein geehrt worden.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet nach der Einäscherung im engsten Familienkreis statt.

(büba)
 
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