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Hückeswagen
Der richtige Schnitt für den Obstbaum

Hückeswagen: Der richtige Schnitt für den Obstbaum
Stephan Kolodziej (r.) zeigt auf der Streuobstwiese in Maisdörpe den Teilnehmern seines Seminars, wie ein Obstbaum richtig beschnitten werden muss, damit er sich optimal entwickeln kann. FOTO: Peter Meuter
Hückeswagen. Fünf Teilnehmer wollten sich am Samstag auf der Streuobstwiese von Stephan Kolodziej in Maisdörpe in die Geheimnisse des Obstbaumschnitts einweihen lassen. Dieser ist wichtig, damit der Baum sich richtig entwickeln kann. Von Wolfgang Weitzdörfer

Dieses Mal passte alles: Sowohl das Wetter, denn vor allem am frühen Nachmittag schien die Sonne wärmend vom Winterhimmel, als auch die Teilnehmerzahl. Das war wichtig, denn am Samstag waren fünf Hobby-Gärtner auf den Glöckner-Hof nach Maisdörpe zum Obstbaumschnittkursus von Stephan Kolodziej gekommen. Im Vorjahr hatte es aus eben jenen Gründen nicht geklappt. Nach einem ausführlichen Theorieteil am Vormittag stand nachmittags auf der großen Streuobstwiese hinter dem Hof die Praxis an. "Im vergangenen Jahr hatte ich ja leider nur einen Teilnehmer für den Kursus", erinnerte sich Kolodziej. "Fünf Leute ist eine gute Gruppengröße, auch wenn ich den Kursus auf bis zu zwölf Teilnehmer ausgelegt habe. Dann wird es aber auch schwer, die ganzen Fragen zu beantworten", sagte Kolodziej.

In der Theorie am Vormittag spann er den Bogen von den Ursprüngen des Apfels, der aus dem Kaukasus stammt und von den Römern erstmals in hiesige Breiten gebracht wurde, bis hin zum richtigen Obstbaumschnitt im eigenen Garten. "Die Frage ist: Warum schneide ich eigentlich den Apfelbaum? Warum lasse ich ihn nicht einfach wachsen, wie er will?", sagte Kolodziej. Die Antwort sei ganz einfach: "Weil es sich beim Apfel um eine veredelte Kulturpflanze handelt. Und die muss man nun einmal pflegen." Nicht zuletzt auch deswegen, damit der Ertrag zur Erntezeit stimme.

Dabei gebe es einige Dinge zu beachten, sagte der Obstbaum-Experte, der auf seiner Streuobstwiese hinter dem Hof in Maisdörpe 50 Apfelbäume mit 26 verschiedenen Sorten stehen hat. "Man muss den Baum im späten Winter schneiden. Und man muss dabei eine Struktur schaffen, die nach innen hin offen ist", sagte Kolodziej. Denn nur so könne der Baum überall genug Licht bekommen und bei Nässe so schnell abtrocknen, dass keine Krankheiten, wie etwa Mehltau, auftreten.

Im praktischen Teil durften die Teilnehmer selbst Hand und Schere anlegen. Am mutigsten war Max Herbertz aus Scheideweg. "Ich habe selbst einige Apfelbäume im Garten, und ich möchte natürlich, dass die ordentliche Erträge bringen. Damit es dann einmal Apfelkuchen und Apfelsaft aus eigenen Früchten gibt", sagte er. Vorwissen hatte er nur wenig, überliefert vom Opa. "Ich lerne aber gerne immer wieder Neues dazu", versicherte er.

Freia Küpper war aus Breckerfeld nach Maisdörpe gekommen. Sie hatte ein konkretes Anliegen: "Wir haben Bienen, und denen möchte ich natürlich jede Menge Blüten bieten. Daher sollen unsere Obstbäume möglichst gut blühen."

Kolodziej freute sich darüber, sein Wissen weitergeben zu können. "Mir liegt etwas daran, dass die Menschen realisieren, dass es weit mehr als die fünf Apfelsorten im Supermarkt gibt", sagt er. Er stehe jederzeit zur Auskunft bereit, wenn etwa Spaziergänger an seiner Streuobstwiese vorbei zum Wald gingen: "Unser Hof ist extra recht offen angelegt. Wer etwas wissen will, kann mich einfach fragen." Seinen Bestand wolle er gerne noch erweitern. Kolodziej: "Die 26 Sorten sind zwar schon recht ordentlich, aber der Genpool ist riesig. Es ist wichtig, die alten Sorgen zu erhalten."

Quelle: RP
 
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