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Hückeswagen
Der Siedler von Catan aus Niederdorp

Hückeswagen: Der Siedler von Catan aus Niederdorp
Jan-Niklas Felbeck belegte beim Catan-Ranglistenturnier in Wermelskirchen den dritten Platz und sammelte dort Punkte für die DM-Qualifikation. Fehlen daheim die Spielpartner, gibt es die Version des Brettspiels auch am PC. FOTO: Heike Karsten
Hückeswagen. Der Hückeswagener Student Jan-Niklas Felbeck belegte beim Catan-Ranglistenturnier in Wermelskirchen den dritten Platz. Sein Ziel ist es, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren - und selbst eine WM-Teilnahme ist nicht ausgeschlossen. Von Heike Karsten

Die Siedler von Catan sammeln Rohstoffe, bauen Siedlungen und Städte und legen Handelswege an. So auch in Niederdorp. Allerdings nicht in der Realität, sondern auf dem Spielbrett oder virtuell am Computer. Dabei wäre rund um das Wohnhaus, in dem Jan-Niklas Felbeck mit seinen Eltern wohnt, Platz genug für neue Siedlungen im Grünen. Doch bei dem Klassiker unter den Strategiespielen geht es um Taktik und Glück auf dem Spielbrett. Ziel ist es, durch Rohstoffhandel und Siedlungsbau zehn Siegpunkte zu erreichen und sich gegen seine Spielgegner durchzusetzen.

Dem 21-jährigen Mathematik- und Physikstudent gelang das jüngst beim Catan-Ranglistenturnier in Wermelskirchen, wo er unter 35 Spielern den dritten Platz belegte. Dafür bekam er 40 Punkte für die Rangliste gutgeschrieben. Im vorigen Jahr erhielt Felbeck 100 Punkte für den Sieg bei einem Turnier in Remscheid und sicherte sich damit die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in München. Das Finale fand am 18. November im Rahmen der "Spielwiesn" - die größte Spielemesse in Süddeutschland - statt, wo der Hückeswagener jedoch mit viel Pech nur auf Platz 59 landete. "Für das Finale versuche ich mich dieses Jahr wieder zu qualifizieren", kündigt der Hückeswagener an.

Seit 1995 ist das Spiel auf dem Markt (s. Info-Kasten), vor etwa sieben Jahren hat es Felbeck durch einen Freund aus Kindergartentagen für sich entdeckt. Erst spielte er es mit seinen Eltern, dann mit Freunden und Studienkollegen. Wenn die Spielpartner fehlen, lässt sich "Catan" auch am Computer gegen Menschen aus aller Welt spielen.

Was den Student an dem Spiel reizt, ist die Mischung aus Taktik und Glück, Strategien zu entwickeln, Spielzüge zu berechnen und sich zu merken, welche Rohstoffkarten die Gegner auf der Hand haben. "Das habe ich aber noch kein ganzes Spiel lang durchgehalten", gibt er zu. Gut 60 bis 90 Minuten dauert eine Spielrunde. Wichtig sei dabei besonders der Start. "Wer die erste Siedlung falsch setzt, hängt im Spiel schnell hinterher", weiß er aus Erfahrung. Vielleicht nützt dem gelernten Produktdesigner und Student für Mathematik und Physik auf Lehramt sein Zahlenverständnis. "Man kriegt mit der Zeit ein Gefühl dafür", sagt Felbeck. Dennoch gebe es keine optimale Strategie, da auch das Würfelglück mitentscheidet über Sieg oder Niederlage.

Nach den ersten 40 Punkten in Wermelskirchen möchte der Catan-Spieler noch an weiteren Turnieren teilnehmen. "Ich hoffe, dass noch ein paar Punkte dazukommen", sagt er.

Die Fangemeinde des Spiels ist groß, an Ranglisten- und Qualifikationsturnieren nehmen in Deutschland aber nur etwa 300 bis 400 Spieler teil. In Wermelskirchen gibt es Catan-Turniere drei- bis viermal im Jahr. Da in Nord- und Ostdeutschland nicht so viele Turniere ausgetragen werden, nehmen Spieler von dort manchmal weite Weg in Kauf. "In Wermelskirchen und Remscheid machen wir mit die meisten Turniere in Deutschland", berichtet Turnier-Organisator Johannes Börner aus Wermelskirchen.

Auch wenn man sich auf Turniere nicht wirklich vorbereiten kann, so spielt Jan-Niklas Felbeck das Brettspiel mindestens ein- bis zweimal im Monat und zwischenzeitlich zusätzlich am PC.

Ein Zukunftswunsch ist die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft, die dieses Jahr in Berlin stattfindet. Es gab aber auch schon Catan-Weltmeisterschaften in den USA, für die den Qualifizierten Flug und Hotel bezahlt wurden. "Da wäre ich gerne mal dabei. Das wäre cool", hofft der Hückeswagener. Von einem Wert- oder Geldpreis für den Sieger ist ihm nichts bekannt. "Wenn man gewinnt, ist das Ehre genug", ist Felbeck überzeugt.

Quelle: RP
 
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