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Mobile Redaktion
Die Brücke ist jetzt endlich freigegeben

Mobile Redaktion: Die Brücke ist jetzt endlich freigegeben
Bürgermeister Dietmar Persian durchschneidet zusammen mit weiteren "Brückenbauern" das Band und gibt damit die Fußgängerbrücke frei. FOTO: Peter Meuter (2), Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Mit einem kleinen Eröffnungsfest, zu dem rund 70 Anwohner kamen und Kuchen mitbrachten, wurde die neue Fußgängerbrücke gestern eröffnet. Die BM war mit einer Mobilen Redaktion vor Ort - wie schon Mitte August 2015. Von Stephan Büllesbach

Ein Brücke kann von großer symbolischer Bedeutung sein, führt sie die Menschen doch zueinander. Dessen waren sich gestern wohl auch ein Anwohner und der Bürgermeister bewusst, wählten sie doch die gleiche Symbolik - wenn auch auf unterschiedliche Weise. Am Zaun neben der neuen Fußgängerbrücke am Bahnweg waren zwei selbst gemalte Schilder angebracht worden, auf ihnen stand: "Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken!" sowie "Und wir haben um diese Brücke gekämpft!!!" Dietmar Persian begann seine kurze Rede zur offiziellen Eröffnung der Fußgängerbrücke mit einem afrikanischen Sprichwort: "Besser als Mauern zu bauen ist es, Brücken zu bauen."

Viele Anwohner nutzten die Mobile Redaktion, um mit Redakteur Stephan Büllesbach ins Gespräch zu kommen. FOTO: Peter Meuter

Die Stadt hat sich letztlich doch dazu bereiterklärt, die alte, marode Brücke wenigstens durch eine neue Fußgängerbrücke zu ersetzen. Bei der Eröffnungsfeier auf der Brückenstraße, die schon mehr ein Nachbarschaftsfest war, sagte er: "Heute ist ein guter Tag für die Menschen vom Höchsten und vom Mühlenfeld." Könnten sie doch jetzt wieder besser zusammenkommen.

Dabei sah das vor zwei Jahren noch ganz anders aus. Bei der damaligen Mobilen Redaktion der BM waren die Emotionen teils hochgekocht, denn die Stadt hatte die alte, marode Brücke einige Wochen zuvor gesperrt, weil ein Gutachter das empfohlen hatte. Doch die Anwohner beider Siedlungen wollten die fußläufige Verbindung wiederhergestellt wissen, und die Stadt hatte eigentlich geplant, die Brücke abzureißen und nicht mehr durch eine neue zu ersetzen. Das gestand Persian gestern noch einmal ein. Auf der Mobilen Redaktion vor zwei Jahren war jedoch erstmals ein Umdenken bei der Verwaltungssitze festzustellen. Die Politik beschloss schließlich den Neubau einer Fußgängerbrücke.

Ein Spruch mit großer Symbolik - trotz eines kleinen Schreibfehlers. FOTO: Stephan Büllesbach

Viele Anwohner freuen sich über die neue Verbindung - auch wenn die Freigabe zum Schluss doch noch etwas auf sich warten ließ. "Das ist super", sagte Anni Balve. "Jetzt brauche ich nicht mehr an der EKS vorbei gehen. Dort war es im Winter doch immer dunkel." Auch ihr Mann Jürgen war erleichtert, schließlich müsse er zweimal in der Woche über die Brücke zum Sport beim TBH. Auch Edelgard Lohoff betonte: "Wir freuen uns sehr." Ähnlich äußerte sich Rolf Gellhaus, der aber auf die lange Wartezeit, hervorgerufen zuletzt durch den fehlenden Lückenschluss zwischen neuem Zaun und Brücke, verwies. Der Anwohner zeigte auf den niedrigen Zaun am Bahnweg: "Da kann man auch leicht drüberklettern und könnte abstürzen." Letztlich zeigte auch er sich froh, dass er nicht mehr den beschwerlichen Umweg die steile Franz-Schnabel-Straße hinunter zum Mühlenweg nehmen muss.

Um Punkt 14.16 Uhr durchschnitt der Bürgermeister zusammen mit anderen "Brückenbauern" - Anwohner und ein Vertreter der Baufirma - das rote Band, das in der Mitte der Brücke gespannt worden war. Anschließend versammelten sich die meisten Anwohner am BM-Stand oder auf den Bänken, die Anwohner auf die Brückenstraße gestellt hatten.

Eitel Sonnenschein herrscht aber immer noch nicht. Darauf machte Heinrich Ernst, der 2015 den Protest koordiniert hatte, im Gespräch mit unserer Redaktion aufmerksam: "Die Hälfte der Leute ist froh, dass die Brücke nur für Fußgänger gebaut wurde, die andere hätte gerne eine für Autos gehabt." Einige Anwohner seien deshalb aus Protest nicht zur Eröffnung gekommen. Im Gegensatz zu Dr. Johanna-Maria Schnabel. Sie hatte sogar das Band mit durchschnitten, obwohl sie sagte: "Ich hätte es besser gefunden, wäre die Brücke auch für Autos offen." Ernst hat dafür auch jetzt noch kein Verständnis: Als der Radweg gebaut worden sei, seien auch Brücken saniert worden. "Wenn die Stadt gewollt hätte, hätte sie die Möglichkeit gehabt, die Brücke so herzurichten, dass sie auch von Autos hätte befahren werden können", zeigte sich der Anwohner sicher.

Quelle: RP
 
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