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Hückeswagen
Die Dhünn-Talsperre ist wieder prall gefüllt

Hückeswagen: Die Dhünn-Talsperre ist wieder prall gefüllt
FOTO: Jürgen Moll (Archiv)
Hückeswagen. Die Große Dhünn-Talsperre hat sich erholt. Sie ist zu 93 Prozent gefüllt. Im Herbst 2015 sah dies noch anders aus, als die Wasserentnahme zur Trinkwasseraufbereitung sogar reduziert werden musste. Von Jessica Balleer

WERMELSKIRCHEN Überquert man in diesen Tagen die Talsperrenbrücken, sieht man nicht nur das Grün an den Ufern sprießen. Die prall gefüllten Staubecken der Talsperren komplettieren das Bild der blühenden bergischen Landschaft: Die Dhünn-Talsperre ist derzeit zu 93 Prozent gefüllt. Das ist nicht nur ansehnlich, sondern auch eine wichtige, gute Nachricht.

"Momentan beträgt der Stauinhalt der Hauptsperre etwa 60 Millionen Kubikmeter", sagt Ilona Weyer vom Wupperverband. Dort ist man mehr als zufrieden mit der Entwicklung, denn im Herbst 2015 gab der Wasserstand noch Anlass zur Sorge. Vor einigen Monaten stand der Pegel der Großen Dhünn-Talsperre, mit deren Trinkwasser auch Teile des Hückeswagener Westens versorgt werden, gerade einmal bei 38 Prozent. Ein Hauptgrund dafür war das Missverhältnis zwischen der Niederschlagsmenge und der Wasserentnahme aus der größten Trinkwasser-Talsperre im Westen Deutschlands. "Die Anlage wird derzeit so gefahren, dass die Mindestwasserabgabe von einem Kubikmeter am Referenz-Pegel Manfort eingehalten wird", sagt Weyer.

Alles im grünen Bereich also. Noch besser sieht es sogar an den anderen Talsperren in der Region aus. Die Wupper-Talsperre ist zu 93 Prozent gefüllt, das bedeutet, es fließen 23,16 Millionen Kubikmeter Wasser hindurch. Noch bis Ende April hält der Wupperverband hier einen Teil der für den Hochwasserschutz frei, teilt Ilona Weyer mit.

Da im Herbst nicht abzusehen war, wie sich die Niederschläge im Winter entwickeln, hatten der Wupperverband und die Wasserversorger weniger Rohwasser aus der Großen Dhünn-Talsperre für die Trinkwasseraufbereitung entnommen. Dabei ist es vorerst geblieben. "Wir warten weitere Entwicklungen ab", sagt Ilona Weyer. Denn der Stauinhalt habe sich über den Winter dank überdurchschnittlicher Niederschläge erholt. 35 Millionen Kubikmeter Wasser hat die Talsperre gewonnen. "Grundsätzlich versuchen wir allerdings, wie auch bei den anderen Talsperren, im Frühjahr nah an den Vollstau zu gelangen." Davon ist die Talsperre noch gut zwölf Millionen Kubikmeter, also einige kräftige Regenschauer, weit entfernt.

Die Bever-Talsperre ist zu 98 Prozent gefüllt und hat damit ihr Sommerstauziel bereits erreicht. Die Lingese-Talsperre (Marienheide) liegt bei 91 Prozent, die Neye-Talsperre (Wipperfürth) bei 95 Prozent, und die Eschbach-Talsperre (Remscheid) ist zu 83 Prozent gefüllt.

Neben ihrer Funktion als Trinkwasserquelle, versorgt die Talsperre die Dhünn mit Wasser - und zwar auch in trockenen Zeiten. "Niedrigwasser-Aufhöhung" nennt der Wupperverband das - und diskutiert mit seiner Aufsichtsbehörde darüber, wie sinnhaft das in Trockenzeiten ist, wenn die Talsperren selbst an Wasserknappheit leiden. Das zu verändern, wäre mit viel Aufwand verbunden und würde sich auf die gesamte Ökologie auswirken: Pflanzen und Tiere sind auf die Nährstoffe im Wasser ebenso angewiesen wie die Menschen. All das sind Themen, die in schlechten Zeiten relevant sind. Stand jetzt sind die Becken nicht nur halb-, sie sind randvoll.

Quelle: RP
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