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Hückeswagen
Die Hunde-Aufspürer sind unterwegs

Hückeswagen: Die Hunde-Aufspürer sind unterwegs
Ungewöhnlichen Besuch erhielten Brunhilde Breckerfeld und ihr Tibet-Spaniel Tiffy: Thomas Breker von der Firma Springer Kommunale Dienste klingelte auch bei der 66-Jährigen und fragte nach Hunden im Haushalt. Die Hundebestandsaufnahme läuft noch bis zum 12. Dezember. FOTO: Nico Hertgen
Hückeswagen. Seit dem 26. Oktober lässt die Stadt nach unangemeldeten Hunden forschen. Jeder Haushalt bekommt Besuch von den Mitarbeitern der Firma Springer. In den vergangenen Wochen haben schon etliche Halter ihre Tiere angemeldet. Von Stephan Büllesbach

Tiffy freut sich über jeden Besuch. Wenn es an der Tür von Brunhilde Breckerfeld klingelt, wird der knapp sechs Jahre alte Tibet-Spaniel ganz jeck und läuft schwanzwedelnd zur Haustür. Dieses Mal bekommt sein Frauchen besonderen Besuch: Thomas Breker, freier Mitarbeiter der Dürener Firma Springer Kommunale Dienste, forscht nach, ob's in diesem Haushalt einen Hund oder gleich mehrere Artgenossen gibt. "Wenn jemand diese Frage mit ja beantwortet, notiere ich die Rasse und das Datum, seit wann der Hund in dem Haushalt lebt", sagt der 49-jährige Meinerzhagener.

Doch nicht jeder freut sich über den Besuch Brekers so wie Tiffy. Denn so mancher Hundehalter wird daran erinnert, dass er bislang keine Hundesteuer an die Stadtkasse abführt. Aus Gründen der Steuergerechtigkeit will die Stadtverwaltung möglichst alle Hundehalter erfassen und lässt daher zum zweiten Mal nach 2008 die Hundebestandsaufnahme vornehmen. Vor sieben Jahren war das durchaus erfolgreich: Damals "wuchs" die Population um 113 Hunde auf 1134.

Breker, der wie seine drei Kolleginnen einen Ausweis der Stadtverwaltung vorzeigen kann, macht im Pressegespräch aber deutlich, dass alle Angaben freiwilliger Natur sind. "Wenn jemand die Frage nach einem Hund verneint, vermerke ich das auch so in meiner Liste", versichert Breker. Selbst, wenn er im Haus oder Garten ein Bellen hören sollte. "Wir dürfen die Wohnung nicht betreten", betont er. Die meisten Hückeswagener, mit denen er bislang gesprochen hat, seien freundlich. Einige hätten skeptisch reagiert. Wirklich unfreundlich oder gar aggressiv sei bislang niemand gewesen.

Angst vor Hunden dürfen die vier Mitarbeiter der Firma Springer, die wochentags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr unterwegs sind, nicht haben. Die hat Thomas Breker auch nicht, wohl aber mitunter Respekt: Wenn ihn ein Hund am Gartentor abfängt und unfreundlich anbellt, geht er nicht vor bis zur Haustür, sondern hinterlässt einen Infozettel zur Hundebestandsaufnahme. Den legen die Mitarbeiter auch allen solchen Haushalten in die Briefkästen, die sie bei ihren Besuchen nicht antreffen. Auch das wird vermerkt.

Brunhilde Breckerfeld hat nichts zu verbergen: Tiffy ist seit ihrem Einzug bei der 66-Jährigen angemeldet. Schließlich war es die Hückeswagenerin selber, die als frühere Mitarbeiterin der Stadtkasse für die erste Hundebestandsaufnahme 2008 gesorgt hatte. Damals hatte sie vier Golden Retriever - "wir hatten eine kleine Hobbyzucht" -, für die sie auch Hundesteuer bezahlte. Sie wusste aber von anderen Hückeswagenern, die ihre Hunde nicht angemeldet hatten. Das fand sie jedoch ungerecht. Zudem hatte sie die Hundebestandsaufnahme noch aus einem weiteren Grund angeregt: "Weil die Hunde mit Rufnamen und Rasse registriert sind, kann man sie, wenn sie verloren gehen, schneller wieder zuordnen."

Die Stadt hat zwar noch keine Rückmeldung, wie viele Hundehalter Breker und seine Kolleginnen notiert haben. "Es haben nach der Berichterstattung im Oktober aber etliche Halter ihre Hunde angemeldet", teilt Stadtkämmerin Isabel Bever auf Anfrage mit. Sollte die Zahl der Nichtangetroffenen hoch sein, wird sie die Stadt wohl noch gesondert anschreiben. Bis Mitte Dezember sind die Hunde-Aufspürer noch im Stadtgebiet unterwegs.

Quelle: RP
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