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Hückeswagen
Die Marktsträßer öffnen wieder ihre Häuser

Hückeswagen: Die Marktsträßer öffnen wieder ihre Häuser
Flamenco mit La Centella im Frisörsalon Milan: Solche kulturellen Aktionen wie 2012 planen die Veranstalter auch für die Kulturräume 2015. FOTO: Dörner (Archiv)
Hückeswagen. Die dritte Auflage der "Kulturräume" setzt am Samstag, 20. Juni, auf eine niveauvolle Tradition. Von Franz Mostert

Weit über den überschaubaren Innenstadtbereich von Hückeswagen hat sich herumgesprochen, dass sich fast eine komplette Nachbarschaft nicht scheut, für breitgefächerte Kultur ihre Haustüren zu öffnen. Das hatten die Marktsträßer bereits zweimal zur allgemeinen Verwunderung praktiziert. Beim Einstieg unter dem Titel "Kulturräume - Offene Häuser in der Marktstraße" 2010 kamen hunderte vom Experiment Begeisterte und zollten Beifall. Drei Jahre später wurden zum gleichen Event mehr als 2000 Besucher gezählt.

Am 20. Juni wollen die Marktsträßer von 14 bis 18 Uhr erneut ihre Wohnungen, Dielen, Treppenhäuser und Geschäftsräume für ein möglichst breites Publikum öffnen, damit die alte Wohnkultur der ältesten Hückeswagener Straße von frischer künstlerischer Brise durchweht wird. Während einer Besprechung zwischen den Initiatorinnen der dritten Auflage, Britta Bognanni und Birgit Mostert, Nachbarn und Beschicker in der Gaststätte "Alter Markt" gab es neben der Klärung organisatorischer Fragen vor allem eine positive Einstimmung auf die "Kulturräume" am dritten Juni-Samstag. Auch Bürgermeister Dietmar Persian stimmte mit ein. "Ich finde es ganz toll, dass die Marktsträßer ihre Häuser öffnen", sagte er. Er freue sich sehr darauf, und er attestierte den Veranstaltern den Mut für diese sonst kaum übliche Veranstaltung.

Britta Bognanni betonte, dass der Focus bei allen 20 kulturellen Angeboten nach wie vor auf durchweg einheimischen oder mit Hückeswagen und der Marktstraße verbundenen Kunstrichtungen liege. Bei sechs Ausstellungen liegen die Schwerpunkte auf Aquarellen, Plastiken, Skulpturen aus Guss, Buchillustrationen, großformatiger Malerei, Miniaturen und Fotodesign. Außerdem gibt es Musik in der ganzen Bandbreite von klassischem Solo- und Duo-Spiel über Traditional und Modern-Jazz bis zu Chorgesang im Ensemble. Dazu ist Rezitation, Slapstick, Poetry Slam, Flamenco-Tanz, Papiertheater und Lesung aus eigener und geliehener Feder vorgesehen.

Birgit Mostert zeigt sich hocherfreut darüber, dass Hückeswagener aus ihrer längst erklommenen professionellen Leiter für den 20. Juni in die "Provinz der Marktstraße" hinabsteigen und hohe Kunst mitbringen. Eingebunden in die Schiefergiebeligkeit der Marktstraßen-Szenerie ist beim dritten Anlauf zu den "Kulturräumen" wie selbstverständlich die Pauluskirche und "ein paar Häuser weiter" auch noch das Heimatmuseum. In die Kirche wird Kaffeehausmusik ebenso locken, wie nach der Turmbesteigung der Blick über die "Alte Freiheit" der Marktstraße hinaus. Das Programm im Museum wird im Kontrast zu "Heukeshowwer Tönen" stehen, die selbstredend irgendwo in den Gassen der vor Jahren noch von Geschäften überquellenden Altstadtstraße erklingen werden.

Britta Bognanni ging auch kurz darauf ein, wie es vor 2010 zum Wagnis "Kulturräume - Offene Häuser in der Marktstraße" gekommen war. "Es war in Köln" erinnerte sie sich, "als ich in der Glockengasse auf Plakate aufmerksam wurde. In den Ankündigungen wurde auf Musik und Vorträge in Privathäusern im besagten Viertel aufmerksam gemacht." Bei ihr machte es "Klick": "Was die Bewohner der Kölner Glockengasse können, dass bringen wir Marktsträßer auch locker auf die Beine", dachte sie sich - und verbündete sich mit Birgit Mostert. Und die Nachbarschaft zog gleich mit. Was, wann, wo und von wem dargeboten wird, soll in einer weiteren Ankündigung folgen.

Quelle: RP
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