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Hückeswagen
Die neue Brücke schwebt ein

Die neue Brücke schwebt ein
Die neue Brücke schwebt ein FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Seit gestern ist die neue Fußgängerbrücke Brückenstraße endlich da. Das Einschweben vom Tieflader auf das Fundament dauerte nur sechs Minuten, zwei Container auf dem Radweg hatten zuvor für Verzögerungen gesorgt. Von Stephan Büllesbach

Um 11.02 Uhr senkt sich die 16 Meter lange und rund vier Tonnen schwere Fußgängerbrücke Brückenstraße auf das Fundament der Stützpfeiler. Nur sechs Minuten hat es vor den Augen zahlreicher Anwohner und anderer Interessierten, die sich das ungewöhnliche Spektakel nicht entgehen lassen wollten, gedauert, bis die Aluminiumbrücke mit Hilfe eines Kranwagens vom Tieflader auf die Fundamente gehievt worden war. Zuvor hatten sich alle Beteiligten, wie Mitarbeiter von Kranfirma, Herstellerfirma, Baufirma und Stadtverwaltung, in Geduld üben müssen. Denn um 9 Uhr, als es eigentlich losgehen sollte, hatten noch zwei mit Bauschutt gefüllt Container, die zwischen den Brückenpfeilern auf dem Radweg abgestellt waren, gestört.

"Sie standen im Schwenkbereich des Krans", erläutert ein Mitarbeiter der Baufirma. Der Tieflader hätte zu weit weg gestanden, so dass der Kran die Brücke nicht hätte hochziehen können. Auch konnte der Fahrer die Container nicht einfach mit Hilfe von Ketten am Haken versetzen, weil er befürchtete, dass der Kran dann umkippt: Die vollen Container wogen fast das Doppelte der Brücke, und für dieses Gewicht war der Kran nicht ausgelegt.

So wird lange telefoniert, bis endlich ein Solinger Container-Lkw herbeigeordert werden kann. Der ist ohnehin in der Nähe und setzt die Container nach einigem Hin- und Herrangieren etwa 15 Meter weiter auf dem Radweg Richtung Sportplatz ab. Nun kann der Schwertransporter mit der Brücke, der seit etwa 7 Uhr in Hückeswagen ist, vom Mühlenweg aus rückwärts über den Radweg zur Baustelle fahren.

Die etwa 40 Zuschauer - Anwohner und andere Interessierte, die meisten mit Kameras - wollen sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Wie auch Mark. Der Sechsjährige aus dem Waldkindergarten des Johannesstifts, der im August eingeschult wird, kommt aus dem nahen Haus seiner Großeltern angelaufen. "Sowas sieht man ja sonst nicht", sagt der Knirps. Er freut sich, "dass die Schulkinder von der anderen Seite jetzt nicht mehr so einen großen Umweg machen müssen". Auch der Postbote kann dann wieder über die Brücke radeln. Für Autos ist sie aber tabu. Rosemarie Czieslick, die auf dem Höchsten wohnt, sagt: "Für die Anwohner vom Mühlenfeld ist die Brücke schon sehr wichtig."

Um 10.30 Uhr sind die Container umgesetzt, ist der Lkw wieder abgefahren, da rollt langsam und rückwärts der Tieflader mit der Brücke heran. Fotoapparate klicken. Erst recht, als sich die Ladung gut 25 Minuten später in Bewegung setzt. Bernhard Wedekind gefällt die neue Brücke: "Die sieht optimal aus", sagt der Anwohner. Und da sie eine leichte Wölbung nach oben habe, sei sie auch stabil.

Bis die Fußgängerbrücke genutzt werden kann und die beiden Wohngebiete Höchsten und Mühlenfeld wieder verbunden sind, werden noch ein paar Wochen vergehen. Denn zunächst stehen Arbeiten etwa an den Versorgungsleitungen, dem Geländer von der Straße zur Brücke und dem Asphalt an. Die Eröffnung wird vermutlich Ende Juli/Anfang August mit einem kleinen Fest gefeiert werden, sichert Bürgermeister Dietmar Persian zu.

Er zeigt sich ebenso wie Waldemar Kneib vom Bauamt der Stadt zufrieden: "Auch wenn es wegen der Container zu einer Zweitverzögerung gekommen ist, hat doch alles gut geklappt", sagt Persian.

Quelle: RP
 
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