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Hückeswagen
Die Plastiktüte verschwindet beim Einkauf

Hückeswagen. Im Hückeswagener Einzelhandel sowie beim Supermarkt am Etapler Platz setzt man auf Ökologie. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist eine vielleicht gar nicht mal so kleine Revolution, die der Handelskonzern Rewe Group gestartet hat. Von den, laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsforschung, 6,1 Milliarden Plastiktüten, die in Deutschland pro Jahr verbraucht werden, werden durch die Auslistung der Tüten bei allen Supermärkten des Konzerns pro Jahr 140 Millionen Stück eingespart. Eine Strecke, die nebeneinander gelegt, anderthalb Mal um die Erde reichen würde.

Als Alternativen gibt es bereits jetzt Papier- und Stofftüten, die zum gleichen Preis wie ihre umweltunfreundlichen Plastikpendants zu haben sind. Die werden noch abverkauft und dann war's das für die Plastiktüte im Supermarkt am Etapler Platz. Außerdem sind große und kleine Pappkartons im Angebot, die sehr stabil sind, wie Kassiererin Andrea Nauß weiß: "Damit kann man sogar einen Umzug durchführen, die halten wirklich was aus."

Die Kunden beim Lebenmittelmarkt nehmen das neue Angebot bereits an, auch wenn wohl bei so manchem der Griff ganz automatisch noch zur Plastiktüte geht, wie Marktleiter Ralf Güntner beobachtet hat. "Es ist eine sehr gute Sache, weil: Über die Umweltschädlichkeit von Plastiktüten brauchen wir gar nicht zu diskutieren." Und eine Kundin meint im Vorbeigehen: "Das ist wirklich toll, man hört schließlich so viel vom Plastikmüll und wie lange es dauert, bis der zersetzt ist." Mehrere hundert Jahre sind das, viele Meerestiere verwechseln das Plastik in den Weltmeeren mit natürlicher Nahrung und fressen das unverdauliche Material.

Im Hückeswagener Einzelhandel ist man auch schon mit dabei, der Plastiktüte den Kampf anzusagen. So etwa beim Modegeschäft Winkler's. Inhaber Christoph Winkler hat vor drei Monaten auf Papiertüten umgestellt: "Ich habe damals 10.000 Plastiktüten bestellen müssen, um einen vernünftigen Preis zu bekommen. Und das dauert natürlich, bis die mal abverkauft sind." Aber vor einem Vierteljahr waren die Reste aufgebraucht, und seitdem kommen dem Modehändler keine Plastiktüten mehr ins Geschäft.

Beim Stilmix hat es schon immer Papiertüten gegeben: "In den 13 Jahren, die es das Geschäft gibt, haben wir nie Plastiktüten gehabt - und auch nie Geschenke in Folie verpackt", sagt Verkäuferin Kirsten Stelzer. Auch beim Fotogeschäft von Sabine Winkler kommt kein Plastik in die Tüte, wie die Fotografin sagt: "Unsere Kunden brauchen allerdings auch selten Tüten. Wenn allerdings doch - dann nur aus recycletem Papier."

Auch im Spiel- und Lederwarengeschäft von Uwe Heinhaus an der Bahnhofstraße wird im ökologischen Sinne umgedacht: "Wir sind auch dran mit der Umstellung weg von der Plastiktüte", sagt Heinhaus. So sei der Dachverband des Spielwarenhandels Vedes derzeit mit verschiedenen Anbietern im Gespräch, um seinen mehr als 1600 Mitgliedsbetrieben sinnvolle und ökologische Alternativen zur Tüte aus Plastik anzubieten. "Nach den Sommerferien fangen wir mit der Umstellung an, dann wird es nach und nach immer weniger Plastiktüten bei uns geben", sagt Heinhaus überzeugt. Manchmal sei es aber nach wie vor vonnöten, dem Kunden für die Waren eine Plastiktüte zu geben, sagt er weiter: "Bei ganz großen Pappverpackungen etwa ist Plastik einfach robuster und reißt nicht so leicht ein."

Allerdings sei es zunehmend so, dass Kunden gleich auf die Tüten verzichteten, fährt Heinhaus fort. Eine Beobachtung, die auch Rewe-Kassiererin Andrea Nauß immer wieder macht: "Sehr viele Kunden kommen tatsächlich direkt mit dem Einkaufskorb, der Stofftüte oder einer Klappkiste zum Einkaufen."

Quelle: RP
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