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Ehrenamt Ursula Böhl
Die "Weihnachtsfrau" der Frühschwimmer

Ehrenamt Ursula Böhl: Die "Weihnachtsfrau" der Frühschwimmer
Als Weihnachtsfrau der IG Frühschwimmer im Einsatz: Ursula Böhl. Immer ab Anfang Dezember ist sie morgens im Bad mit einem Stand vertreten und verteilt kleine Geschenke. FOTO: ig frühschwimmer
Hückeswagen. Ursula Böhl hat die Frühschwimmer mitgegründet. 25 Jahre ist das nun her. Aber auch mit 78 Jahren ist die Hückeswagenerin ehrenamtlich aktiv: Sie ist die "Weihnachtsfrau" und kümmert sich um die Kaffeekasse. Und viele Anekdoten kennt sie auch. Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen Ursula Böhl kennt die Frühschwimmer seit deren Ursprung im Jahr 1993: "Ich bin damals Frührentnerin geworden, wollte mich sportlich betätigen - und das im Schwimmbad", sagt die heute 78-Jährige. Allerdings stand das Bad damals kurz vor der Schließung. An dieser Stelle kamen die Frühschwimmer ins Spiel: "Wir haben uns im Oktober des gleichen Jahres gegründet. Ich war Gründungsmitglied und im Vorstand als Kassiererin tätig", erinnert sich Böhl.

Und sie hat gleich noch eine witzige Anekdote aus den Gründertagen parat: "Von den sieben Gründungsmitgliedern waren tatsächlich fünf im Sternzeichen Fische - das passte wunderbar", sagt die 78-Jährige, die ihrerseits ebenfalls als astrologischer Fisch geboren ist. Für Böhl bedeutete die Frühschwimmer-Vorstandsarbeit zunächst einmal, viele Listen zu führen. "Ich war lange Jahre für die Mitgliederverwaltung zuständig, habe zudem die Listen für die Kurse geführt und die dazugehörigen Abrechnungen gemacht.

" Babyschwimmen, Schwimmkurse, Aquatic-Fitness, Damenschwimmen - all das lief über ihren Schreibtisch. Zunächst auf einem Computer im Hallenbad, später dann im Schloss; irgendwann gab es dann einen eigenen Rechner. "Dazu kamen die Geburtstage, die ich im Rahmen der Mitgliederverwaltung betreut habe", sagt Böhl. Für jeden 50., 60., 65. und ab dem 70. aufwärts alle Geburtstage gab es eine Karte: "Ab dem 90. Geburtstag habe ich immer einen Geschenkkorb zusammengestellt", sagt Böhl.

Seit diesem Jahr gebe es diese Aufmerksamkeit jedoch leider nicht mehr. "Das hat der Vorstand so beschlossen. Das ist schon ein wenig schade, weil wir ja doch viele ältere Mitglieder haben", sagt die 78-Jährige. Außerdem war Ursula Böhl "Osterhase" und "Erntedank-Beauftragte" in Personalunion - in der Osterwoche verteilte sie Ostereier im Bad, und rund um Erntedank stand immer ein Obstkorb für die Frühschwimmer bereit.

"Übrig geblieben ist davon nur noch die Weihnachtsaktion", erzählt sie. "Immer Anfang Dezember bin ich morgens im Bad mit einem Stand und verteile kleine Geschenke", erzählt die "Weihnachtsfrau". Geholfen werde ihr dabei von Rita und Bernd Schuldner von "Rita's Weinlädchen". "Die beiden bauen auf und spenden auch viele der Geschenke. Das sieht immer sehr schön aus", sagt Böhl. Sie selber könne das nicht mehr und sei umso dankbarer für die Hilfe.

"Es ist eine anstrengende Woche - morgens um halb sechs bin ich jeden Tag bis Nikolaus im Bad", sagt sie. Bis 6. Dezember wolle sie immer fertig sein, denn: "Dann hat ja jeder zu Hause genug zu tun." Die Verwaltungsarbeit habe sie mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. "Ich bin 2016 aus dem Vorstand ausgeschieden, bis 2014 habe ich noch die Mitgliederverwaltung gemacht", berichtet die 78-Jährige.

Diese habe sie überhaupt erst zum Ehrenamt gebracht: "Es war damals einfach nötig, dass jemand diesen Teil übernimmt", sagt Böhl. Und für sie sei es ja auch zum Eigennutz gewesen. "Ich wollte ja schwimmen, dafür war der Verein nötig." Derzeit gehe sie jeden Dienstagmorgen zum Schwimmen. Neben der Weihnachtsaktion sei sie im Moment noch für die Kaffeekasse zuständig. "Ich besorge Kaffee, Tee und Milch. Da kann es dann schon mal sein, dass ich bei Angeboten zuschlage - und im Keller 50 Pfund Kaffee gelagert habe", sagt die 78-Jährige und schmunzelt Ehrenamt sei wichtig, das steht für Ursula Böhl außer Frage: "Ich helfe gerne.

Die Arbeit ist auch da, es gibt genug Betätigungsfelder im Ehrenamt." Im Alter sei es für sie zudem eine gute Methode, nicht einsam zu werden: "Ich bin unter Leuten. Für mich ist es wichtig, andere Menschen zu treffen - für die ist wiederum mein Engagement wichtig. Dabei gewinnen wir doch alle."

Quelle: RP
 
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