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Hückeswagen
Die Zahl der Einbürgerungen geht zurück

Hückeswagen: Die Zahl der Einbürgerungen geht zurück
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Hückeswagen. Immer weniger in Oberberg lebende Ausländer wollen den deutschen Pass. Von Sebastian Esch

Kennen Sie die richtige Antwort? Man will die Buslinie abschaffen, mit der Sie immer zur Arbeit fahren. Was können Sie machen, um die Buslinie zu erhalten? a) Ich beteilige mich an einer Bürgerinitiative für die Erhaltung der Buslinie oder gründe selber eine Initiative; b) Ich werde Mitglied in einem Sportverein und trainere Rad fahren; c) Ich wende mich an das Finanzamt, weil ich als Steuerzahler ein Recht auf die Buslinie habe; d) Ich schreibe einen Brief an das Forstamt der Gemeinde.

Mit dieser und 299 weiteren Fragen haben sich im vorigen Jahr 273 Menschen im Oberbergischen Kreis intensiv beschäftigt. Jene, die beim Einbürgerungstest versuchten, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben und es auch schafften. Von den 300 Fragen werden 33 ausgewählt, von denen mindestens 17 - also mehr als die Hälfte - richtig beantwortet werden müssen. Eine notwendige Voraussetzung.

Folgendes müssen die Menschen für den deutschen Pass erfüllen: Sie verfügen über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland und leben seit mindestens acht Jahren gewöhnlich und rechtmäßig in Deutschland. Sie sichern für sich und ihre Familienangehörigen ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld den Lebensunterhalt. Sie sind nicht vorbestraft. Sie verfügen über die geforderten Deutschkenntnisse, bekennen sich zum Grundgesetz und haben alle mehr als 16 Fragen beim Einbürgerungstest richtig beantwortet.

Die 273 Neueinbürgerungen von 2016 sind rücklaufend. Zwar stiegen im Oberbergischen Kreis die Einbürgerungen schwach von 2014 (292) auf 2015 (304) um rund vier Prozent an, 2016 wurde allerdings ein Rückgang von knapp elf Prozent registriert. In Hückeswagen beispielsweise gab es in den vergangenen drei Jahren nur 38 Einbürgerungen. In Radevormwald sanken die Zahlen von 2015 (52) auf 2016 (34) ebenfalls - und zwar um deutliche 35 Prozent. Ein Trend, der sich auch kreisübergreifend bemerkbar macht - in Remscheid beispielsweise gab es im vergangenen Jahr nur noch 166 Neueinbürgerungen.

Ein großes Problem, das direkt mit der Einbürgerung zusammenhängt: Sie müssen sich anschließend in ihrem alten Staat melden und ausbürgern lassen. In vielen Ländern ist das ein langwieriger Vorgang. Und er kostet Geld. In Bosnien beispielsweise verlangt der Staat von seinem Noch-Mitglied rund 1300 Euro für die Ausstellung der benötigten Formulare. Dadurch zeigt sich, dass vor allem Bürokratie und Kosten ein Grund sind, lieber alles beim Status quo zu belassen. Zusätzlich ist oft auch die politische Lage entscheidend. So haben sich beispielsweise nach dem Brexit deutlich mehr Briten bei den Behörden gemeldet als noch zuvor.

Übrigens: Die richtige Antwort auf die Testfrage lautet: Ich beteilige mich an einer Bürgerinitiative für die Erhaltung der Buslinie oder gründe selber eine Initiative.

Quelle: RP
 
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