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Hückeswagen
Diskussion über Qualitätsstandards

Hückeswagen. Obwohl der Offene Ganztag an vielen Schulen als Erfolg gewertet wird, gibt es laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Das findet auch Christian Melchers vom Internationalen Bund, Betriebsleiter für soziale Dienste fürs Bergische und den Oberbergischen Kreis, mit Sitz in Solingen.

Er kümmert sich um 320 Mitarbeiter an 27 Standorten in den Bereichen Ganztag, Jugendmigrationsdienst, Beratungsstellen, Erzieherische Hilfen, Schulsozialarbeit, Jugendzentren und Lernförderung.

"Mich stört am meisten, dass es für den Offenen Ganztag keine einheitlichen Qualitätsstandards gibt", sagt er. Jede Kommune und jeder Kreis habe andere Vorstellungen. Der IB übernimmt seit 2004 an zurzeit 35 Schulen in NRW den Offenen Ganztag, überall sei die Finanzierung anders geregelt. "Es gibt einen Sockelbetrag vom Land, den die Kommunen aufstocken", erklärt er.

Im Oberbergischen seien die Bedingungen schon fortgeschritten, hier würden die Bedingungen für den Ganztag gut beschrieben, Personalstandards klar definiert. "Hier sind der Kinderschutz und die Erste-Hilfe-Unterweisung verankert, aber inhaltliche Aussagen finden sich auch hier nicht", kritisiert Melchers. Immerhin übernehme der IB auch in Hückeswagen einen Erziehungsauftrag und keine Verwahrung der Kinder. Wenn Personalstandards aber immer unterschiedlich sein dürfen, müsste der IB in jeder Stadt sein Konzept neu anpassen. "Es geht mir nicht ums Geld, sondern um die fehlenden Steuerungsmöglichkeiten."

Im Bereich Schule sei in NRW fast alles geregelt, nur im OGS-Bereich erstaunlich wenig. Trotz Gesprächen mit Landes- und Bundespolitikern gebe es wenig inhaltlichen Diskurs. "Dabei wäre es doch schön, wenn nach zehn Jahren Ganztag endlich mal über Qualitätsstandards geredet würde, um dem pädagogischen Auftrag gerecht zu werden", fordert Melchers.

(rue)
 
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