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Die Woche
Diskussionswürdige Strafe für Fahrer von "rollendem Schrotthaufen"

Die Woche: Diskussionswürdige Strafe für Fahrer von "rollendem Schrotthaufen"
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Wildschwein-Plage, der Gerichtsprozess zum Tod eines 16-Jährigen und das baldige Ende der Neugestaltung des Etapler Platzes - diese Woche lag der Fokus auf verschiedenen Themen. Von Stephan Büllesbach

Es war nicht sonderlich verwunderlich: Sobald Jäger erklären, sie müssten Tiere erschießen, weil diese zur Plage werden, ist der Aufschrei groß. Ja, es gibt Jäger, die des reinen Tötens wegen auf dem Hochsitz sitzen. Doch das allen Jägern zu unterstellen, zeugt von Unwissen und Vorurteilen. Vor allem im Fall der Wildschweine: Sie sind weder in ihrem Bestand gefährdet, noch fehlt es ihnen an ausreichend Nahrung - hier ist jedes Mal das Gegenteil der Fall.

Man stelle sich vor, eine Wildschweinrotte fällt in den eigenen, gerade erst mit viel Mühe und Geld hergerichteten Garten ein und gräbt ihn einmal um. Da kann sich jeder vorstellen, wie es den Landwirten zumute sein muss, wenn diese ihre Felder eingesät haben oder der Mais in voller Blüte steht, und eine Rotte benimmt sich darin wie die sprichwörtliche Axt im Walde. Auch sollte man sich vor Augen führen, dass Wildschäden behoben werden müssen. Übernehmen das nicht die Jäger, bleiben die Landwirte auf den Kosten sitzen. Folglich dürften auch irgendwann die Preise für die Lebensmittel steigen.

Dass so mancher den Kopf geschüttelt hat, weil ein Landwirt aus Odenthal eine vermeintlich milde Strafe bekommen hat, der vom Amtsgericht Bergisch Gladbach für den Tod eines 16-jährigen Hückeswageners als Hauptverantwortlicher ausgemacht wurde, verwundert dagegen nicht. Zehn Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1500 Euro sind in der Tat diskussionswürdig. Denn fest steht: Der Landwirt hatte vor zwei Jahren nicht nur fahrlässig, sondern auch vorsätzlich gehandelt. Wer weiß, dass er einen Schrotthaufen durch die Gegend fährt, an dem so gut wie gar nichts mehr funktioniert, der nimmt einen solchen Unfall mit seinen schrecklichen Folgen billigend in Kauf. Die Polizei hatte ihn im Vorfeld des Unfalls auf der B 506 bei Kürten-Wolfsorth mehrfach auf den desolaten Zustand des Anhängers aufmerksam gemacht, der Mann hatte ihn trotzdem weiter benutzt. Und das auch noch in der Dunkelheit, was dem jungen Hückeswagener schließlich zum Verhängnis wurde.

Dieser Fall zeigt aber auch einmal mehr, dass jeder Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit zu 100 Prozent aufmerksam sein und vor allem auch mit dem Fehlverhalten anderer rechnen muss.

Erfreulich war in dieser Woche immerhin die Meldung, dass die fast dreijährigen Bauarbeiten im Stadtzentrum in zwei Wochen ein Ende haben werden. Wenn der neugestaltete Etapler Platz am 11. November offiziell mit einer Feier freigegeben wird, sollten Lärm und Dreck für lange Zeit ein Ende haben. Vor allem den Anwohnern, Geschäftsleuten und Kunden ist es zu wünschen, dass es auf und rund um den Etapler Platz wieder entspannter wird. Schön ist er geworden, und statt Bauarbeiter sollten jetzt die Hückeswagener (und Auswärtigen) ihn mit Leben füllen.

Quelle: RP
 
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