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Hückeswagen
DLRG kämpft ums finanzielle Überleben

Hückeswagen: DLRG kämpft ums finanzielle Überleben
Über Funkmeldeempfänger sind die DLRG-Helfer auch außerhalb der Wachdienstzeiten ganzjährig in Notfällen erreichbar. Die Ortsgruppe verfügt über fünf Geräte, für den Einsatzfall müssen aber noch drei angeschafft werden.
Hückeswagen. Die Kassenlage der DLRG-Ortsgruppe ist seit Jahren angespannt. Nun haben die Verantwortlichen einen besonderen Schritt gewagt: Sie haben Briefe mit Bitten um Geld- oder Sachspenden an Hückeswagener Firmen versandt. Von Stephan Büllesbach

Der DLRG in Hückeswagen geht das Geld aus. Das war ein vorrangiges Thema vor allem auf der Jahreshauptversammlung im Herbst und der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar. Doch die vom Vorstand anvisierte Beitragserhöhung zur Regulierung der Kosten kam nicht durch. Hohe Fixkosten für Energieversorgung der Wachstation, Benzin für Boot und Auto, Inspektionen, Reparaturen und Ausrüstung stehen unsichere Einnahmen durch das Sommerfest am zweiten Juli-Wochenende, das wegen fehlender Helfer in diesem Jahr ausfallen könnte, und Spenden gegenüber.

"Die Grenzen unserer Belastbarkeit sind erreicht", heißt es in dem Schreiben der Ortsgruppe, das jetzt mit der Überschrift "Wir sind auf Spenden angewiesen!" an viele örtliche Unternehmen herausgegangen ist. Als Hauptgrund nennen die Verantwortlichen den stetigen Rückgang der Mitgliederzahlen. Zudem sei etwa die Hälfte unter 14 Jahre alt und könne daher noch nicht aktiv mitarbeiten.

Der Wachturm an der "Zornigen Ameise" ist das Wahrzeichen der DLRG Hückeswagen. Die zahlreichen Roststellen müssen nun mit Farbe überstrichen werden. FOTO: DLRG

Die DLRG sei die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Ihre Mitglieder retteten Leben, bildeten Schwimmer und Rettungsschwimmer aus, klärten über Gefahren auf und sorgten für Sicherheit an den Gewässern. In dem Spendenaufruf wird ein dunkles Zukunftsszenario gemalt: "Fehlende Ausbilder, Mitarbeiter und Mitglieder bedeuten, dass die Zahl der Ertrinkenden in den nächsten Jahren wachsen wird, da auch die Zahl der Nichtschwimmer stetig steigen wird." Aufgrund des geringeren Budgets könnte auch weniger Ausrüstung beschaffen werden.

Zwar gibt es Zuschüsse vom Land, Kreis und der Stadt, wegen der schlechten Finanzsituation fallen die aber geringer aus. "Die Helfer der DLRG Hückeswagen arbeiten rein ehrenamtlich und erhalten auch (im Gegensatz zu verschiedenen Sportvereinen) keine Aufwandsentschädigungen für ihre Tätigkeit in Schwimmausbildung, Jugendarbeit, Öffentlichkeitsarbeit oder Rettungswachdienst. Im Gegenteil: Sie tragen sogar einen Teil der Kosten für die erforderliche Einsatzkleidung etc. aus eigener Tasche", heißt es in dem Schreiben.

Die Vorhaltung und Instandhaltung des benötigten Materials zur Wasserrettung an der Bever-Talsperre und - im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr - auch an anderen Gewässern in Hückeswagen verursache jedoch erhebliche Kosten. "Wir können leider unsere Kosten kaum noch selber tragen, so dass der Fortbetrieb unserer Wachstation in absehbarer Zeit nicht mehr gewährleistet werden kann", schreibt die DLRG.

Daher bittet sie um Sach- oder Gelspenden für Neuanschaffungen, Ausbesserungsarbeiten oder als Zuschuss zu den Unterhaltungskosten; die Summe dafür beträgt mehr als 50 000 Euro (s. Kasten). Jedoch kämen nicht nur Firmen als Unterstützer in Frage, auch könnte jeder Hückeswagener der DLRG helfen. Etwa, in dem er Mitglied wird oder an das Konto der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, IBAN: DE44 3405 1350 0034 1117 08, spendet. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.

Quelle: RP
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