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Hückeswagen
Dreimal "sehr gut" für CNC-Führerschein

Hückeswagen: Dreimal "sehr gut" für CNC-Führerschein
Michael Kunz, Eduard Schneider und Nico Marquardt (vorne, v.l.) mit den Werkstücken, die sie zur Vorbereitung auf die CNC-Führerscheinprüfung erstellt haben. Alle drei erhielten die Note 1. Dazu gratulieren (hinten, v. l.) Peter Derksen (Firma Recknagel), Peter Recknagel, Siegfried Keller, Ralf Biesenbach und Schulleiter Dr. Manfred Schinner. FOTO: Nico Hertgen
Hückeswagen. Ein Jahr lang haben sie geübt und gelernt, sich auf die Arbeit gestürzt. Und es hat sich gelohnt: Drei Auszubildende des Berufskollegs Hückeswagen haben jüngst die Prüfung zum europäischen CNC-Führerschein mit Bestnote bestanden. Eine Investition mit Vorbildcharakter. Von Markus Plüm

Etwas schüchtern sitzen der Wermelskirchener Nico Marquardt, Michael Kunz und Eduard Schneider (beide aus Hückeswagen) auf ihren Plätzen. Vor ihnen liegen Zertifikate auf dem Tisch, behutsam eingehüllt in Klarsichtfolie. Es macht den Anschein, als sei ihnen der Trubel um ihre Personen ein wenig zu viel. Doch dabei können die drei jungen Männer durchaus stolz auf sich sein.

Denn die mit Bestnote bestandene Prüfung zum europäischen CNC-Führerschein ist ein Dokument, was beileibe noch nicht viele Menschen vorlegen können. Bis Herbst 2014 war es ausschließlich Arbeitssuchenden möglich, den Führerschein über einen sechswöchigen Kursus bei der Dekra zu erwerben. Doch auf Drängen des ehemaligen Berufsschullehrers und Unternehmers Siegfried Keller wurde auch für Auszubildende die Möglichkeit geschaffen, einen solchen Führerschein zu erwerben.

"Vorher war die Ausbildung an CNC-Maschinen immer total theoretisch, obwohl alle immer von der Praxis sprechen. Die Beseitigung dieser Diskrepanz haben wir uns auf die Fahnen geschrieben und den Führerschein in unser Lehrangebot aufgenommen", berichtet Dr. Manfred Schinner, der Leiter des Berufskollegs Hückeswagen.

Seine Schule ist deutschlandweit die erste, an der Auszubildende die Gelegenheit haben, sich nicht nur theoretisch auf die Arbeit mit CNC-Maschinen vorzubereiten, sondern auch erste praktische Erfahrungen machen können. "Das hat uns natürlich die Gelegenheit gegeben, uns damit auseinander zu setzen", sagt Nico Marquardt. Der 18-Jährige befindet sich im dritten Lehrjahr und absolviert seine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei Klingelnberg an der Peterstraße. "Das war vor etwa einem Jahr. Danach haben wir uns regelmäßig in der Lerngruppe getroffen, haben an den Maschinen geübt und schließlich auch die Prüfung abgelegt."

In dieser hatten die drei jungen Männer eine Stunde pro Werkstück Zeit - 30 Minuten planen und programmieren, 30 Minuten produzieren. "Weil wir an den Maschinen in unseren Betrieben vorher schon viel üben konnten, hatten wir in der Prüfung keine Probleme", sagt Eduard Schneider, der genauso wie Michael Kunz bei der Kobeshofener Firma Recknagel angestellt ist.

Sein Chef Peter Recknagel pflichtet ihm bei: "Es muss Bestandteil der Ausbildung sein, auch praktisch mit den Maschinen arbeiten zu können und sich nicht nur das theoretische Wissen anzueignen. Daher wollten wir das unseren Auszubildenden auch ermöglichen." Letztlich seien aber nicht die Kosten - 300 Euro kostet die Führerscheinprüfung - der entscheidende Faktor. "Der eigentliche Aufwand ist die Zeit, die investiert werden muss. Außerdem müssen die Maschinen ja auch frei sein, damit daran geübt werden kann."

Das Engagement der drei Auszubildenden ist in ihren Betrieben offenbar schon bekannt, sie dienen sogar als Vorbild für ältere Kollegen. Ralf Biesenbach, Ausbildungsleiter der Firma Klingelnberg, berichtet: "Es muss sich natürlich erst einmal herumsprechen, dass es dieses Angebot mittlerweile gibt. Doch nicht nur unsere jüngeren Auszubildenden interessieren sich mittlerweile für den Führerschein, auch die älteren Kollegen schauen Nico über die Schulter und haben schon einige Schulungen besucht."

Quelle: RP
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