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Hückeswagen
Dritte Kleiderkammer für Hückeswagen

Hückeswagen: Dritte Kleiderkammer für Hückeswagen
Die ersten Kartons mit Kleidung und Schuhen sind bereits im ehemaligen Restaurant des Bürgerbads angekommen. Margareta Coenen, Dietmar Persian und Deike Schütte (v.l.) sortierten gestern Morgen schon mal kräftig vor. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Weil die Nachfrage steigt, hat sich die Ehrenamtsinitiative "Weitblick" dazu entschlossen, ab 15. Februar das neue Projekt zu starten. Die Stadt unterstützt das Vorhaben und stellt dafür die Räume des Restaurants im Bürgerbad zur Verfügung. Von Joachim Rüttgen

Weil der Bedarf an gebrauchter Kleidung in der Schloss-Stadt immer größer wird, hat sich die Ehrenamtsinitiative "Weitblick" entschlossen, ab Montag, 15. Februar, ein neues Projekt zu starten: Hückeswagen bekommt eine dritte Kleiderkammer und ergänzt damit die Angebote der Christlichen Islandtafel an der Bachstraße und der katholischen Kirchengemeinde (Second-Hand-Shop) im Pfarrsaal hinter der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt an der Weierbachstraße. "Das neue Angebot ist keine Konkurrenz zu den bestehenden Kammern, sondern eine Reaktion auf die verstärkte Nachfrage", betont Bürgermeister Dietmar Persian.

Die Stadt Hückeswagen unterstützt das neue Projekt, indem sie die Räume des ehemaligen Restaurants im Bürgerbad mietfrei zur Verfügung stellt und die laufenden Betriebskosten übernimmt. Nachdem das Lokal schon seit dem Frühjahr leer stand und die Suche nach einem neuen Pächter erfolglos blieb - auch ein Event-Gastronom, der die Räume für Feiern jeglicher Art umnutzen wollte, sprang in letzter Minute ab - stellt die Stadt die Räume nun zunächst für ein Jahr der Ehrenamtsinitiative zur Verfügung. "Ohne bauliche Veränderungen", sagt Persian.

Er betont, dass Islandtafel und katholische Kirchengemeinde immer wieder darauf hingewiesen hätten, dass sie den akuten Bedarf (auch durch die verschärfte Flüchtlingssituation) nicht mehr alleine decken können. "Die beiden Anbieter haben uns ihre Unterstützung zugesagt, und wir wollen deren Erfahrungen nutzen", kündigen die Koordinatorinnen für die neue Kleiderkammer, Deike Schütte und Margareta Coenen, an. "Wir wollen offen und klar kommunizieren und das gemeinsam stemmen", sagt Deike Schütte.

Geplant ist, den abschließbaren Gesellschaftsraum der Gaststätte zur Kleiderkammer umzufunktionieren. Zum Angebot gehören künftig Kleidung für alle Altersstufen, Haushaltsgegenstände und Spielzeug. Die Gegenstände werden nicht kostenfrei, sondern gegen eine Spende abgegeben, der Erlös fließt in die Flüchtlingsarbeit. "Wir denken an einen Euro für eine Jeans, drei bis fünf Euro für eine Jacke und 50 Cent für ein T-Shirt", sagt Deike Schütte.

Während die Eltern in der Kleiderkammer stöbern, können die Kinder in einer Spielecke im ehemaligen Gastraum spielen. Betrieben werden soll die Kleiderkammer von Bürgern und Flüchtlingen gemeinsam. "Die Flüchtlinge erhalten so die Möglichkeit, unsere Sprache zu üben und unsere Arbeitsweise kennenzulernen", sagt Deike Schütte. Speisen wird es nicht geben, die Küche ist Lagerraum - und dort stehen auch schon die ersten Kartons mit Kleidung.

"Da wir mit der Kleiderkammer aber auch ein Begegnungsangebot schaffen wollen, werden wir Kaffee ausschenken und auch ein Wasser anbieten, aber immer nur gegen eine Spende", sagt Margareta Coenen. Zusätzlicher Anreiz für einen Besuch der Kleiderkammer: Im ehemaligen Gastraum soll ein Internetcafé eingerichtet werden. Zu den Öffnungszeiten kann dort WLAN genutzt werden. Gerne würde die Ehrenamtsinitiative diese Möglichkeit des Treffens, der Begegnung und des Austauschs zeitlich erweitern (auch unabhängig von der Kleiderkammer), aber dafür bräuchte es noch mehr freiwillige Helfer.

Und noch etwas plant "Weitblick": "Da wir mindestens zwei Flüchtlinge kennen, die Schneider sind, hoffen wir, dass uns jemand eine funktionstüchtige Nähmaschine zur Verfügung stellt", sagt Margareta Coenen. Damit solle eine Reparaturecke im ehemaligen Gastraum entstehen, die die Möglichkeit bietet, eingerissene Kleidung zu nähen oder Kleidungsstücke aus der Kammer zu ändern.

Die Lage der neuen Kleiderkammer bezeichnet Deike Schütte als" bestens": Bedürftige Menschen etwa aus Wiehagen, vom Fürstenberg oder von der Ewald-Gnau-Straße hätten einen relativ kurzen Fußweg und würden von dem Angebot profitieren.

Quelle: RP
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