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Hückeswagen
DRK-Chef will Ortsverein aus Krise führen

Hückeswagen: DRK-Chef will Ortsverein aus Krise führen
Seit zwei Jahren leitet Hans-Peter Propach den Ortsverein des DRK. Nach der "Insolvenz" in 2013 will er ihn nun behutsam wieder neu aufbauen. Erste positive Zeichen sind zu erkennen. FOTO: hdö (archiv)
Hückeswagen. Nach den beiden Blutspende-Terminen und der Altkleidersammlung am Samstag will der DRK-Ortsverein wieder präsenter werden. Vorsitzender Hans-Peter Propach hat ein motiviertes Team, das nach der Krise den Neuanfang plant. Von Heike Karsten

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. In ebenso kleinen Schritten versucht der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) derzeit wieder auf die Beine zu kommen. Nach zwei Blutspende-Terminen mit schwacher Beteiligung fand am Samstag nach langer Zeit wieder eine Altkleider-Straßensammlung statt, bei der 900 Kilogramm Textilien zusammenkamen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Ausbeute gering, für Ortsvorsitzenden Hans-Peter Propach jedoch ein guter Anfang. "Es ist die erste Rate für unsere Vereinskasse", sagt der 62-Jährige.

Der Berufsfeuerwehrmann der Bayer AG im Vorruhestand hatte den Vorsitz des Ortsvereins vor zwei Jahren in einer schwierigen Lage übernommen. "Der Laden ist damals sozusagen in Insolvenz gegangen", verdeutlicht Propach die Entwicklung symbolhaft. Das Leasingfahrzeug des Ortsvereins wurde vom Kreisverband übernommen, die aufwendig renovierten und angemieteten Räumlichkeiten in Hartkopsbever mussten aufgegeben werden. Die Höhenretter und Sanitäter schlossen sich anderen Ortsgruppen an, um ihren Dienst weiter versehen zu können. "Zurzeit hat die Ortsgruppe noch 25 Mitglieder, die hauptsächlich aus den Damen vom Blutspendedienst bestehen", berichtet der Vorsitzende.

Ohne eigene Mittel war bei der Altkleidersammlung am Samstag viel Improvisation gefragt. Die von den Hückeswagenern an die Straße gestellten Säcke wurden von zwölf Helfern in vier Fahrzeugen eingesammelt. Die Verpflegung, für die früher im DRK-Gebäude gesorgt wurde, gab's in Privatwohnungen. Als Sammel-Fahrzeuge nutzten die Hückeswagener einen Transitbus mit Hänger vom DRK Dahlhausen in Radevormwald sowie zwei Privatwagen. Zudem stellte das Autohaus Bergland aus Hämmern kostenfrei einen Leihwagen zur Verfügung. "Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen nicht abgeneigt sind, uns zu helfen", sagt Propach.

Auf einer Schrottwaage im Industriegebiet Wiehagen wurden die Altkleider gewogen, bevor sie zum Radevormwalder DRK-Haus transportiert und dort in die Abhol-Container umgeladen wurden. Der teilweise strömende Regen machte es den freiwilligen Helfern allerdings nicht gerade leicht. "Für das erste Mal war es okay. Jetzt wissen wir, wie es läuft", nimmt Propach die erste Hürden und kleinen Pannen locker.

Der Vorsitzende möchte den DRK-Ortsverband nun aus der Krise führen. Sein vorrangiges Ziel ist es, einen Schulsanitätsdienst aufzubauen. Hilfe wurde dabei vonseiten der DRK-Mitglieder Niklas Kuhlmann und Michelle Russo, die früher schon im Ortsverein aktiv waren, zugesagt. So können eventuell wieder eine Jugend-Rot-Kreuz-Gruppe (JRK) und die Bergwacht etabliert werden, um nach und nach wieder neue Mitglieder anzulocken. "Wir können aber nur einen Fuß vor den anderen setzen", betont Propach.

Aufgrund der fehlenden Unterkunft treffen sich die Mitglieder in der Realschule oder im Kolpinghaus. Mittlerweile werden auch wieder Sanitätsdienste übernommen, wie die Begleitung der Fronleichnamsprozession. Zeitgleich zur Altkleidersammlung war das DRK am Samstag beim Judo-Turnier in der Realschule im Einsatz.

Für örtliche Veranstaltungen ist eine aktive Ortsgruppe von Vorteil. "Es kostet die Städte viel mehr Geld, wenn der Kreisverband die Einsatzbereitschaft übernimmt", sagt der Vorsitzende. Der Aufbau des Ortsvereins liegt dem 62-Jährigen sehr am Herzen. Als zukünftiger Ausbilder im Schulsanitätsdienst möchte er sein Wissen an Schüler weitergeben. "Es gab schon viele Kinder, die ihre Eltern gerettet haben", versichert er.

Quelle: RP
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