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Hückeswagen
Duo bietet musikalischen Hörgenuss

Hückeswagen: Duo bietet musikalischen Hörgenuss
Musikalisch konnten Anne Wagret und Daniel Schwarzwald am Samstag im Kulturhaus Zach sehr überzeugen. FOTO: Peter Meuter
Hückeswagen. Im Kultur Haus Zach trat am Samstag mit dem Ensemble "Life is a Cabaret" ein virtuoses Duo aus der Hauptstadt auf. Musikalisch und gesanglich ein echter Knaller, doch bei ihrer Kurt-Weill-Revue auf der kleinen Kulturbühne der Schlossstadt blieben die Illusion und der Glanz einer gewohnt vollgepackten Cabaret-Show auf der Strecke.

Es sollte eine musikalisch und theatralische Reise durch das Werk "Rise & Fall" des jüdischen Komponisten Kurt Julian Weill sein, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Dessau geboren wurde. Größere Bekanntheit erlangte er erst durch die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht. Er machte dann, nach seiner Flucht vor den Nazis 1935, in New York die große Karriere am Broadway. Seinen Kompositionen ist die französische Sängerin Anne Wagret verfallen, die am Samstag als Showgirl des vergangenen Jahrhunderts auftrat, begleitet von ihrem Pianisten, dem talentierten Israeli Daniel Schwarzwald.

Ohne Umschweife legten sie los, betraten unter dem verhaltenen Beifall der rund 20 Zuschauer die Bühne und zeigten von Minute Null an, dass sie keine 08/15 Nummer sind. Kräftig und elegant sang Wagret, sicher bis hin zu den höchsten Tönen der Tonleiter. In ihrer Rolle gab sie sich kokett aber abgestumpft, als eine gezeichnete Frau ihrer Branche, desillusioniert von Männern und der Liebe.

Ihr Begleiter am Piano untermalte virtuos die Stimmung der Situation, schlüpfte in die Rolle des unnahbaren, verschlossenen Musikers, mysteriös aber träumerisch. Sie präsentierten Weill-Stücke aus "Rise and Fall", "Die Drei-Groschen-Oper", "Happy End", "Lady in the dark", "One touch of Venus" und "Marie Galante", auf Englisch, Deutsch und Französisch.

Musik, Gesang und Ausdruck auf der Bühne waren perfekt. Nur das große Konfetti, das "Drumherum" fehlte: Irgendwie zündete die lose Abfolge Weills großer Erfolgsstücke nicht wirklich. Vielleicht war es die Bipolarität der Hauptdarstellerin, die von eiskalt und abgestumpft bis hochemotional und zerbrechlich auftrat, vielleicht war es die fehlende Szenerie. Von Cabaret-Shows ist der Zuschauer viel Spektakel gewohnt; Tanz, Glanz und Showeffekte vermisste das Publikum aber bei der Revue.

Alles konzentrierte sich auf das Duo, deren Musik, den Gesang und die ein oder andere szenische Einlage, bei der es das Publikum mit einbezog. Das, was das Ensemble zeigte, war großartig, musikalisch ein unübertrefflicher Hörgenuss. Der Unterhaltungsfaktor wurde jedoch schmerzlich vermisst.

(sebu)
 
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