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Hückeswagen
Durchwachsene Bilanz für die Händler

Hückeswagen: Durchwachsene Bilanz für die Händler
An der Fleischtheke beim Edeka Byhan in Hückeswagen (v.l.): Eva Ritter, Heike Wolkenstein FOTO: Wolfgang Weitzdörfer
Hückeswagen. Die extremen Witterungsbedingungen beim Hüttenzauber haben den Händlern ein schlechteres Weihnachtsgeschäft beschert. Auch der wachsende Onlinehandel macht sich bemerkbar. Man setzt daher auf Beratung und Service vor Ort. Von Wolfgang Weitzdörfer

Christoph Winkler vom Modegeschäft "Winkler's" an der oberen Islandstraße wird deutlich, wenn er auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft angesprochen wird: "Ich bin nicht zufrieden, habe das Gefühl, dass wir immer mehr an den Online-Handel verlieren", sagte Winkler am Tag vor Weihnachten. Er habe im diesjährigen Weihnachtsgeschäft deutlich zu wenig Kundenfrequenz verzeichnet. Erklären kann er es sich indes nicht: "Ich weiß nicht, warum das so ist." Aber er werde daraus die nötigen Konsequenzen ziehen: "Wir sind da zwar nicht erfreut drüber, aber wir werden weniger Ware ordern und uns noch weiter spezialisieren." Er habe den Glauben an den stationären Einzelhandel aber noch nicht ganz verloren: "Im neuen Jahr kommen wir mit frischen und neuen Ideen zurück, wir stecken den Kopf nicht in den Sand", sagte Winkler kämpferisch.

Wenn zu diesen Problemen dann noch ein vom Wetter derart extremer Verkaufssonntag zum Hüttenzauber komme, schade das dem Handel natürlich besonders.

Das sagt auch Dirk Sessinghaus, dem die Bekleidungsgeschäfte "Sessinghaus" und "Accanto" an der Islandstraße gehören. "Das Weihnachtsgeschäft war in diesem Jahr durchwachsen. Wir haben leider mit dem Weihnachtsmarkt sehr viel Pech gehabt", sagte Sessinghaus. Der heftige Wintereinbruch mit Schneesturm und rutschiger Islandstraße habe sich als sehr ungünstig erwiesen.

Ansonsten sei er aber im Großen und Ganzen soweit zufrieden. "In Relation zum Vorjahr gesetzt, war es ein ordentliches Weihnachtsgeschäft", sagte Sessinghaus. Er bemerke, dass die Kunden die Beratung und den Service des stationären Einzelhandels auch in Zeiten des erstarkten Online-Handels durchaus noch zu schätzen wüssten. "Vor allem dann, wenn es um die Beratung, den Einpackservice und den unkomplizierten Umtausch vor allem nach Weihnachten geht", sagte Sessinghaus.

Es gebe zudem jedes Jahr bestimmte Trends, die gut laufen würden. "Das ist bei uns derzeit besonders die Kleidung der Marke Naketano, die auch beliebte Weihnachtsgeschenke waren", sagte der Modeverkäufer. Auch alle Accessoires, etwa Schals, Mützen und Handschuhen seien bei den Kunden beliebt gewesen. "Natürlich auch wegen der kalten Temperaturen", sagte Sessinghaus.

Auch Bernd Lammert, Inhaber des Juwelier-, Uhren- und Optikgeschäfts an der Bahnhofstraße, sah ein größeres Problem im "praktisch ausgefallenen" Weihnachtsmarkt und Verkaufssonntag. "Das fehlt uns schon auch merkbar. Allerdings ist es in unserer Branche ohnehin eher so, dass es sich auf die letzte Woche vor Weihnachten konzentriert", sagte Lammert. Schließlich sei Schmuck vor allem ein Geschenk der Männer an ihre Frauen - und die kämen eben in der Regel eher an den letzten zwei oder drei Tagen vor der Bescherung, um ihren Frauen etwas Schönes zu kaufen. "Insgesamt war es ein gutes Jahr, nicht super, aber auch nicht schlimm", lautete das Fazit von Lammert.

Relativ krisensicher seien dagegen Bücher und Kalender, sagte Bärbel Spreitzer, Angestellte in der Bergischen Buchhandlung an der Bahnhofstraße. "Die Bestsellerlisten und natürlich die dazugehörigen Bücher stehen quasi in der Einflugschneise unserer Kunden - und werden regelmäßig abgegrast." Auch Kalender in allen Formen und Größen würden nach wie vor sehr gerne verschenkt.

Quelle: RP
 
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