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Serie Leckerer Advent
Eierlikör passt gut zum Plätzchen

Serie Leckerer Advent: Eierlikör passt gut zum Plätzchen
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Hückeswagen. Heidi Walder und ihre Tochter Lena Rebecca ergänzen sich prima: Die Mutter macht Eierlikör, die Tochter backt. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es sind die absoluten Lieblingsplätzchen von Lena Rebecca Walder: Mandelblumen. Die 19-Jährige ist im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur Bäckerin bei der Landbäckerei Bauer in Winterhagen. Und auch wenn sie dort gerade "nur" Brötchen und Brote vorbereiten und backen darf, sind es die Mandelblumen, die es der jungen Frau angetan haben. "Meine Mutter musste früher immer die dreifache Menge davon machen, weil ich sie so gerne esse, aber auch die waren dann bis Weihnachten meist weg", sagt sie lachend. Es ist ein fränkisches Rezept, eines, das man im Bergischen nicht so gut kennt. Denn Mutter Heidi Walder kommt eigentlich aus dem fränkischen Rothenburg ob der Tauber, sie ist der Liebe wegen seit 1990 in Nordrhein-Westfalen: "Zuerst habe ich in Hattingen im Freizeitheim Haus Friede vom Deutschen Jugendverband 'Entschieden für Christus' gearbeitet. Dort habe ich auch meinen Mann kennengelernt, 1993 sind wir dann nach Hückeswagen gezogen." Die Ausbildung zur Hauswirtschaftsleiterin hatte Heidi Walder noch in Baden-Württemberg gemacht, heute ist sie Hausfrau, zuvor hat sie für die Firma Sodexo-Catering gearbeitet, die etwa auch den Mittagstisch für die Firma Vaillant in Remscheid übernommen hat.

Eierlikör, das sagt Heidi Walder, kann man immer trinken, man kann ihn auch direkt zubereiten und dann sofort genießen. "Wenn er frisch gemacht ist, kann man ihn aber auch bis zu drei Wochen gekühlt aufbewahren. Für mich ist es außerdem schön, dass ich die eigenen Hühnereier direkt verwerten kann." Denn bei Walders springen derzeit zehn Hühner über den Hof. Lena ergänzt: "Über das Jahr hinweg gibt es doch eher Flüssiges, im Winter trinkt man aber doch lieber einen Eierlikör. Der ist so richtig schön dickflüssig und schmeckt bei kalten Temperaturen umso besser." Zudem schmecke der Likör aus Eiern auch warm, die fruchtigen Erzeugnisse, ebenfalls aus eigener Herstellung, wären dagegen in erster Linie kalt zu genießen, mithin also auch zur Erfrischung in den wärmeren Jahreszeiten.

Zu dem selbst gemachten Eierlikör passen natürlich am besten auch noch selbst gemachte Plätzchen: "Mandelblumen sind meine absoluten Lieblingsplätzchen", sagt die 19-jährige Lena. "Man kennt das Rezept hier im Bergischen nicht so sehr, deswegen habe ich mir gedacht, es einmal vorzustellen." Und Mama Heidi ergänzt: "Ich hab die Kekse damals in meiner Prüfung im Fach Hauswirtschaft im Fränkischen gebacken, sie sind halt ein bisschen aufwendiger zu backen."

Sowohl Heidi als auch Lena Walder sind bei den Hückeswagener Landfrauen aktiv, Mutter Heidi seit 1993, ihre Tochter Lena seit dem vergangenen Jahr - sie ist mit der Volljährigkeit offiziell dazu gekommen. "Ich war aber vorher schon immer an den Ständen dabei, habe beim Verkaufen geholfen", sagt Lena. "Wir sind mittlerweile vier Generationen Landfrauen. Ich selbst bin im erweiterten Vorstand. Wir planen dann immer das Halbjahresprogramm vom Herbst bis Winter - da waren schon Fahrten zu Dr. Oetker nach Bielefeld oder zur Firma Grafschafter in Meckenheim dabei", ergänzt Heidi Walder. Denn die Landfrauen planen ihr Jahresprogramm immer schon einige Zeit im Voraus.

Mit ihren Plätzchen kam Lena Walder auch im Ausbildungskursus gut an. Die Kombination aus Marzipan und Marmelade kannten die meisten ihrer Mitschüler gar nicht: "Aber die meisten wollten dann schon mehrere Plätzchen probieren, und auch mein Freund findet sie richtig gut", sagt die 19-Jährige lachend. Mit ihrem Berufswunsch hat sie sich nicht wirklich durchsetzen müssen: "Mein Vater ist Maurer, in seine Fußstapfen habe ich eigentlich gerne treten wollen. Aber er hat mir ziemlich schnell und ziemlich deutlich gemacht, dass das kein Beruf für ein Mädchen ist." Nun ist es so, dass die Tochter mitten in der Nacht aus dem Haus geht und um 1 Uhr in der Backstube steht. "Das geht bis vormittags um 9 Uhr, dann haben wir meist Feierabend. Nur wenn viel zu tun ist, dauert es schon mal länger. Aber es macht mir auch eine Menge Spaß!", sagt Lena. Denn die 19-Jährige hat immer schon gerne gebacken. Daher machen ihr auch die frühen Arbeitsstunden nicht viel aus. "Ich habe eine Fünf-Tage-Woche, da bleibt genug Freizeit", sagt sie und beißt in eine Mandelblume.

Quelle: RP
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