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Hückeswagen
Ein Chamäleon erobert die (Mode-)Welt

Hückeswagen: Ein Chamäleon erobert die (Mode-)Welt
Ob edel am Strand, in Unterwäsche oder jung und stylish mit Sonnenbrille und Haarband - Florian Krumm macht in jedem Outfit eine gute Figur. Der 24-jährige Sportstudent aus Hückeswagen modelt derzeit nebenberuflich und tourt durch viele Teile der Welt. FOTO: Scott T.
Hückeswagen. Eigentlich ist Florian Krumm Sportstudent. Doch der 24-jährige Hückeswagener arbeitet auch als Model - und das weltweit. Zu diesem Job kam er vor vier Jahren auf kuriose Weise. Von Stephan Büllesbach

Chamäleons, sagt Florian Krumm, seien Männermodels, die sich ihren jeweiligen Aufträgen anpassen würden. Cooler Surfer, Bad Boy, Student, Familienvater - auf dem Foto oder dem Laufsteg zeigen sie alle Facetten der Männlichkeit. "Auch ich bin ein Chamäleon", sagt der Student der Deutschen Sporthochschule Köln.

Das ist nicht zu übersehen: Mit Drei-Tage-Bart und gekleidet in Bundeswehrparka, Superman-T-Shirt, Duffelcoat-Strickjacke, rostroter Jeans und knallgrünen Adventurschuhen ist er zum Interview im Café Bauer erschienen. Doch Krumm kann auch anders: Egal, ob räkelnderweise als Unterwäschemodel oder im Rollkragenpullover und in Edeljeans am Strand - der 24-Jährige macht in jeder Situation eine gute Figur. Und wenn er einen schicken Anzug, Krawatte, edle Schuhe trägt und sich ein Seitenscheitel durch die Haare zieht, "dann fühle ich mich ,wie aus dem Ei gepellt'", erzählt Krumm, der mit 1,89 Meter eine optimale Größe hat.

Nach dem Besuch der Katholischen Grundschule wechselte der Hückeswagener, der im Marienhospital geboren wurde, ans Wipperfürther EvB-Gymnasium, wo er 2010 sein Abitur machte. Ein Jahr später begann seine Modelkarriere - durch einen Zufall. Seine damalige Freundin hatte ihn zu einem Treffen mit einem Kölner Modelagenten in ein Wuppertaler Café mitgenommen, verschwand aber kurz auf der Toilette. In diesem Moment trat der Agent an Krumms Tisch und war offenbar begeistert von ihm. Zwar stellte sich heraus, dass er den Hückeswagener mit einem Männermodel verwechselt hatte. "Er hat mich trotzdem unter Vertrag genommen", erinnert sich Krumm. Seine damalige Freundin übrigens auch.

So ganz ohne "Modelerfahrung" war Florian Krumm zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gewesen, denn als Vierjähriger hatte er bei einem Straßenfest auf dem Höchsten bereits Kindermode aus dem Geschäft seiner Mutter vorgeführt.

Der richtige Einstieg ins Modelbusiness begann für den jungen Hückeswagener bei Fashion-Shows für das Modelabel Esprit am Stammsitz Ratingen. In Düsseldorf arbeitete er in einem Showroom, wo er Einkäufer aus aller Welt Londoner Designmarken - von der Shorts bis zum Anzug - vorführte. Im Wermelskirchener "Spatzenhof" ging er bei einer Modenschau des Herrenausstatters Sweetex über den Laufsteg. Und wer jüngere Magazine "Hera Hochzeiten" in der Hand hält, findet Krumm auf dem Cover.

Mittlerweile hat das Model auch Aufträge in den USA angenommen. Erst am Wochenende vor Ostern kam er nach zweieinhalb Monaten in Miami/Florida wieder zurück ins Bergische. Dort hatte er ein Fotoshooting für den amerikanischen Topdesigner Ralph Lauren absolviert; das Casting für eine nationale Werbekampagne der Automarken Chrysler und Dodge schaffte er hingegen nicht. Sonst wäre sein Gesicht in den ganzen USA bekanntgeworden.

Für eine Woche war Krumm zudem bei einem Shooting für den südkoreanischen Markt in New York - im 48. Stock eines Wolkenkratzes an der Wall Street. "In zwei Wochen entscheidet es sich, ob ich für zweieinhalb Monate nach Seoul gehe", berichtet er. Denn die Südkoreaner stehen auf den westlichen Style, entsprechend werben die Modemarken häufig mit westlichen Gesichtern.

Direkt nach seiner Rückkehr aus Florida schloss Krumm seine Bachelor-Arbeit ab, die er nach Ostern an die Sporthochschule schicken will. "Ich weiß noch nicht, wohin es mich trägt", sagt er über seine berufliche Zukunft. "Ich bin eine Feder im Wind, und ich nehme alles mit." Er sei ein extrovertierter Typ, und wenn er die Möglichkeit habe, sich mit dem Modeln über Wasser zu halten, nicht gebunden zu sein und viele Facetten der Welt zu sehen, werde er das machen. "Weiterstudieren kann ich immer noch.

Irgendwann einmal will er aber vielleicht noch BWL studieren, am liebsten in Barcelona. Denn auch die Arbeit in einem Unternehmen, etwa in der Personalführung, würde ihm gefallen. Wichtig ist für den 24-Jährigen jedoch, dass er reisen und die Welt sehen kann. Schon als Kind hat er auf den Reisen mit seinem Stiefvater, dem Hückeswagener Filmemacher Georg Krumm, viele Länder entdeckt. Mit einem charmanten Lächeln sagt Florian Krumm: "Ich möchte noch viele Länder, Menschen und Metropolen entdecken. Denn was gibt es Besseres für einen jungen Kerl?"

Quelle: RP
 
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