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Hückeswagen
Ein großer Ferienspaß für Flüchtlinge

Hückeswagen: Ein großer Ferienspaß für Flüchtlinge
Willkommene Abwechslung: Thomas Küppers und Kollegen von Bayer Leverkusen hatten Flüchtlingskinder und ihre Eltern einen unbeschwerten Samstag bereitet. Zunächst war es nach Schloss Burg gegangen, dann stand ein erlebnisreicher Nachmittag im Kultur-Haus Zach an. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Mitarbeiter der Firma Bayer, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, organisieren etwa alle zwei Monate einen Tagesausflug. Am Samstag besichtigten 75 Flüchtlinge Schloss Burg und schauten anschließend Kino im Haus Zach. Von Heike Karsten

Einen Tag lang vergessen, die Flüchtlingsunterkunft verlassen, etwas anderes sehen und neue Menschen kennenlernen: Diese willkommene Abwechslung vom Alltag wurde am Samstag 75 Flüchtlingen aus Hückeswagen und Velbert-Neviges ermöglicht. Organisiert wurde dieser "Ferienspaß" von Mitarbeitern der Leverkusener Firma Bayer, darunter waren auch die Hückeswagener Martin Hinz und Detlef Bauer.

Am Vormittag ging es für die Teilnehmer zunächst nach Schloss Burg. "Wir haben dort eine Führung erhalten", berichtete Bayer-Mitarbeiter Thomas Küppers, einer der Organisatoren. Im Kultur-Haus Zach gab es im Anschluss ein gemeinsames Mittagessen mit Speisen vom Kebab-Imbiss an der Islandstraße. Danach wurde der Film "Die Vorstadtkrokodile" aus dem "Cinemanya"-Koffer des Goethe-Instituts (siehe Infokasten) gezeigt. Gebannt saßen besonders die Kinder vor der großen Leinwand und vergaßen vor Spannung alles um sich herum. Ihre Eltern beobachteten das Geschehen oder unterhielten sich mit anderen Erwachsenen.

Für die Teilnehmer war es ein Tag, der die schlimmen Erlebnisse der Vergangenheit für kurze Zeit vergessen ließ. "Die Flüchtlingshilfe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", beschrieb Küppers seine Beweggründe, sich für Flüchtlinge zu engagieren. "Was ist, wenn hier bei uns mal was passiert und wir flüchten müssen. Das war vor 70 Jahren schon mal so", sagte er mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs. "Die Leute vergessen das aber allzu schnell."

Der Ausflug nach Schloss Burg und Hückeswagen war die dritte von den Bayer-Mitarbeitern organisierte Tour. Im März war es mit 100 Flüchtlingen ins "Sealife" nach Oberhausen, im Mai mit rund 50 in den Wuppertaler Zoo gegangen.

Entstanden war die Hilfsaktion mit Beginn der Flüchtlingswelle. "Es gab viele Mitarbeiter, die was tun wollten", berichtete Küppers. Die Gewerkschaft IG BCE habe einen Topf geöffnet, aus dem solche Projekte finanziert werden. Zudem würden Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich für Projekte in der Flüchtlingshilfe engagieren, von der Arbeit freigestellt. Am Samstag war das nicht nötig.

In Hückeswagen informierten Margareta Coenen und Deike Schütte von der Initiative "Weitblick" die Flüchtlinge über den Termin; 24 aus der Schloss-Stadt nahmen teil. "Primär beteiligen sich Familien an dem Angebot", sagte Küppers. Die Stadt Solingen übernahm die Eintrittsgelder für Schloss Burg, der Trägerverein des Kultur-Hauses stellte hier die Räumlichkeiten zur Verfügung. "Wir haben das auf dem kleinen Dienstweg erledigt", sagte Vorsitzender Detlef Bauer. Hevi (7) aus Syrien und Schurouk (10) aus dem Libanon konnten gar nicht sagen, was ihnen an diesem Tag am besten gefallen hat. "Es war alles schön", sagten die in Hückeswagen lebenden Kinder übereinstimmend. Nur ein Zwischenfall trübte die vergnügliche Tagestour: Ein Flüchtling musste mit einem epileptischen Anfall mit dem Rettungswagen zur Beobachtung ins Remscheider Sana-Klinikum gebracht werden.

Für die Fortsetzung des Projekts werden nun Sponsoren gesucht. Denn: "Der Topf der Gewerkschaft ist mittlerweile leer", sagte Küppers.

Quelle: RP
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