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Gastbeitrag
Ein Lichtblick in Sanftmut und Barmherzigkeit

Hückeswagen. Hückeswagen Würden Sie Weihnachten als eine »Sternstunde der Menschheit« bezeichnen? Sternstunden sind doch wohl eher andere. Vielleicht die Entdeckung der X-Strahlen 1895 durch Conrad Röntgen oder des Penizillins durch Fläming 1928. Aber Weihnachten? Von Holger Heiden

Sehen Sie sich doch nur das Leben dessen an, der da geboren wurde: Es scheint unter keinem günstigen Stern gestanden zu haben, zumindest für ihn. Unehelich empfangen, immer wieder missverstanden, abgelehnt und am Ende brutal zu Tode gefoltert; da entdecke ich wenig Glück. Trotzdem erzählt der Evangelist Matthäus von »Weisen«, die nach der Geburt Jesu nach Jerusalem kommen, weil sie seinen Stern gesehen haben.

Stellen sie sich vor, da tauchen am Bett - okay, der Krippe - eines Neugeborenen Fremde auf, die aufgebrochen und einfach ihrer Sehnsucht gefolgt sind. Was sie suchen? Frieden. Und obwohl sie aus dem Orient kommen, Orientierung - Zukunft für ihr Leben.

Und das glauben sie bei einem Kind zu finden, einem menschlichen Kind? Sind das nicht eher Probleme, deren Lösung manchmal selbst für einen Gott eine Überforderung zu sein scheint? Ja, aber vielleicht ist es gerade das, was die Weisen weise erscheinen lässt. Dass sie Menschen sind, die entdecken: Unser Heil besteht nicht darin, menschliche Eigenart anzuhimmeln, sondern Gott im Menschen zu entdecken.

Ich glaube, wenn wir es wagen würden, unserer Sehnsucht nach Liebe, Freude und Frieden konsequent zu folgen, dann würden wir auch heute, wie die Weisen damals, über kurz oder lang unweigerlich bei Gott landen. Und vielleicht würden wir entdecken, dass Gott uns immer noch ganz unaufgeregt und unauffällig begegnet: klein, hilfs- und zuwendungsbedürftig, als Mensch. Wir finden ihn weniger in gelungener Konkurrenz, Erfolg oder Durchsetzungsvermögen, wohl aber in Sanftmut und Barmherzigkeit.

Diese zarten Regungen unseres Herzens können uns, wo wir ihnen nachgeben, zum Lichtblick werden, der uns den Stern der Weisen wieder sehen lässt, welcher zeigt, wo(rin) wir Heil finden.

Quelle: RP
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