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Hückeswagen
Ein neuer Bürgerbus für Hückeswagen

Hückeswagen: Ein neuer Bürgerbus für Hückeswagen
Einsteigen, bitte! Der neue Bürgerbus kommt ab sofort auf allen vier Touren des Bürgerbusvereins zum Einsatz (v.l.): Manuel Kippelt (OVAG), Winfried Boldt (Bürgerbus), Thomas Nebgen (GBS), Jens Langner (BEW) und Bürgermeister Dietmar Persian. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Nach 280.000 Kilometern Fahrleistung und sieben Jahren im Dauereinsatz hat der alte Bürgerbus ausgedient. Sein Nachfolger wurde jetzt öffentlich vorgestellt. Um kostendeckend arbeiten zu können, steigt der Fahrpreis auf zwei Euro. Von Joachim Rüttgen

Großer Bahnhof für den neuen Bürgerbus: In der Glashalle am Bahnhofsplatz wurde das Fahrzeug offiziell vorgestellt und von mehr als 40 Gästen in Augenschein genommen. Vor allem die dezente Farbgebung in gelb, blau und weiß gefiel. Unter großem Applaus fuhr der Bürgerbus vor die Glashalle. Die Freude beim Bürgerbusverein ist riesig. "Nach sieben Jahren und 280.000 Kilometern war unser alter Bus in die Jahre gekommen. Er rappelte gewaltig, die Reparaturkosten stiegen kontinuierlich", berichtete der Vorsitzende Winfried Boldt. In den vergangenen Wochen habe der Verein in Eigenregie noch einige Einbauten vorgenommen, die den Komfort für die Mitfahrer nun deutlich erhöhen.

Einen besonderen Dank richtete Boldt während der kleinen Einweihungsfeier an die Vertreter der Hauptsponsoren BEW (Jens Langner) und GBS (Thomas Nebgen). Ohne deren finanzielles Engagement (weitere Werbepartner stehen auf dem Bus) sei es dem Verein nicht möglich, einen solchen Bus anzuschaffen.

Die Bürgerbusfahrer freuen sich auf das neue Gefährt. Der alte Bus kommt auch weiterhin zum Einsatz und dient als Ersatzfahrzeug. FOTO: joachim rüttgen

Boldt erklärte, dass der Bus der OVAG (Oberbergische Verkehrsbetriebe) gehöre und damit auch die verkehrsrechtliche Verantwortung. So dürfe der Bürgerbusverein nur Strecken anbieten, die von OVAG, Straßenverkehrsamt und Bezirksregierung genehmigt sind. Auch Sonderfahrten seien kaum möglich, deshalb müsse der Verein auch Anfragen von Vereinen meist ablehnen. "Die finanzielle Verantwortung müssen wir als Bürgerbusverein sowieso tragen", sagte Boldt. Die Kosten für den Bus, der in einer einfachen Ausführung 50.000 Euro kostet, übernimmt zum größten Teil das Land (35.000 Euro). 5000 Euro muss der Bürgerbusverein in Eigenregie tragen, den Rest übernehmen Sponsoren, Spender und Förderer. "Trotzdem können wir unsere Betriebskosten dadurch nicht komplett decken, so dass wir uns nach fünf Jahren stabiler Preispolitik dazu entscheiden mussten, den Fahrpreis von 1,80 auf zwei Euro zu erhöhen", kündigte Boldt an. Als erfreulich bezeichnete er die stabile Zahl von 5800 Fahrgästen pro Jahr. Aber es gebe auch zwei unerfreuliche Baustellen: ' Dem Bürgerbusverein fehlt ein wetterfester Stellplatz für seine Busse. Zurzeit werden sie auf dem Gelände der Firma Pflitsch abgestellt - allerdings im Freien, was gerade jetzt im beginnenden Winter bei Eis und Schnee Probleme bereitet. "Wir haben deshalb den Antrag an den Rat gestellt, beim Neubau der Feuerwache im Brunsbachtal einen überdachten Platz für den Bürgerbus vorzusehen", sagte Boldt.

' Das Finanzamt erkennt den Bürgerbusverein weiter nicht als gemeinnützig an. "Das ist nicht nachvollziehbar, weil wir alle ehrenamtlich tätig sind, keine Gewinne erwirtschaften und zum Wohle der Bevölkerung arbeiten", sagte der Vorsitzende. Hier werde man noch einen Versuch starten, diesen Zustand zu ändern. Bürgermeister Dietmar Persian bot an, ein Gespräch beim Finanzamt zu vermitteln und nahm auch den Wunsch nach einem Stellplatz wohlwollend mit ins Schloss. Er dankte für das enorme Engagement des Bürgerbusvereins und dessen Mitglieder. "Sie tun mehr als einfach nur Menschen zu transportieren. Oft entstehen auch Verbindungen und Kontakte. Das geht fast schon bis zu seelsorglichen Gesprächen", sagte Persian.

Zurzeit zählt der Bürgerbusverein 25 Fahrer auf vier Strecken - Tour 1 Johannesstift, Bever, Kleineichen, Altstadt, Bürgerbüro; Tour 2 Fürstenberg, Dierl, Bürgerbüro; Tour 3 Lindenbergstraße, Höchsten, Hauptschule, Schnabelsmühle, Johannesstift, Bürgerbüro; Tour 4 Friedhof Kamp, Wegerhoff, Westhofen, Dreibäumen, Heidt, Bürgerbüro. Zum neuen Fahrplan im Frühjahr 2018 könnte sich die Tour 1 leicht verändern, denn der Verein plant nach Angaben von Sprecher Rolf Geese, den Bereich Heide/Fürweg in den Plan aufzunehmen. "Wir haben dort Werbeflyer verteilt, um den Bedarf abzufragen", sagte Geese.

Wenn der Bereich aufgenommen wird, würde die Haltestelle am Schloss wegfallen, weil es dort keine Resonanz gibt. "Wir wollen unsere Zeiten einhalten und nicht den kompletten Fahrplan umstellen", sagte Geese.

Quelle: RP
 
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