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Hückeswagen
Ein starkes Team für ein neues Leben

Hückeswagen: Ein starkes Team für ein neues Leben
Stolz auf den guten Ruf der Geburtshilfe im Remscheider Sana-Klinikum: Chefärztin Kathrin Eikholt (l.) und die leitende Hebamme Andrea Steinhilber. FOTO: Moll
Hückeswagen. Ein Besuch bei Hebamme Andrea Steinhilber und Chefärztin Kathrin Eikholt im Remscheider Sana-Klinikum. Von Henning Röser

Wenn Andrea Steinhilber durchs Allee-Center geht, bleibt sie selten unerkannt - auch wenn sie gar keine Remscheiderin ist und in Wermelskirchen wohnt. "Zwei- bis dreimal werde ich im Schnitt angesprochen." Die Stimmung ist immer positiv, denn Andrea Steinhilber hat in einem zentralen Moment der Menschen eine wichtige Rolle gespielt. Sie ist leitende Hebamme im Remscheider Sana-Klinikum, in dem auch zahlreiche Hückeswagener Kinder geboren werden.

Ein Termin bei der Berufsberatung gab vor 26 Jahren zu Schulzeiten den Ausschlag, den Beruf zu ergreifen. "Man hat mir zwar damals noch ein paar andere Sachen vorgeschlagen, aber für mich war schnell klar, das ist das Richtige für mich."

Bereut hat sie diese Entscheidung nie. "Das ist immer noch mein Traumberuf." Wenn eine Geburt gut verlaufen ist, Mutter und Kind gesund sind, der Vater hält mit nassen Augen das Neugeborene in den Händen - dieser Moment verliere niemals seine Intensität. Auch in stressigen Momenten nicht die Ruhe verlieren, das gehört in diesem Job dazu. Das Team der Bergischen Morgenpost bekommt eine Kostprobe. Weil Chefärztin Kathrin Eikholt zum Zeitpunkt des geplanten Fototermins noch im OP steht, hilft Andrea Steinhilber dem Fotografen bei der Suche nach dem richtigen Ort fürs Bild, steht für erste Probebilder bereit, bis ihre Kollegin dazu kommt.

Man merkt, hier im Krankenhaus ist ein eingespieltes Team am Werk. Auch im Gespräch greifen die Aussagen der beiden Frauen nahtlos ineinander. Dass bei der jüngsten Patientenbefragung immerhin 93 Prozent der Patientinnen angaben, dass sie das Sana-Klinikum in Remscheid weiterempfehlen werden, das zeige, dass man gute Arbeit mache.

Der große Zuwachs der Geburten im Sana-Klinikum im Jahr 2016 (2017 blieb sie auf dem hohen Niveau) sei wie zunächst vermutet, nicht hauptsächlich der Schließung der Geburtsabteilung im Krankenhaus Wermelskirchen geschuldet. Es sind auch Familien aus Wuppertal, aus Solingen oder anderen bergischen Kommunen, die sich vermehrt entscheiden, ihr Kind in Remscheid zur Welt zur bringen, berichtet Eikholt.

Ein Vertrauensbeweis, von dem das ganze Krankenhaus profitiere. Oft sei die Geburt nur der Einstieg in eine längere Bindung an das Klinikum. So kommen junge Mütter nach ihrer Entbindung mit ihrer Mutter wieder, weil sie möchten, dass diese sich an der Burger Straße ihre Gebärmutter entfernen lasse. Schließlich heißt die Abteilung, die Kathrin Eikholt leitet "Frauenheilkunde und Geburtshilfe".

Internet und TV-Shows verändern den Arbeitsalltag immer mehr. Es kommt vor, dass Väter im Kreißsaal Einspruch erheben. "Das haben die im Fernsehen ganz anders gemacht", heißt es. Dass sich Eltern nach dem Genuss von zwei Folgen "Hurra, unser neues Baby ist da" auf dem Privatsender RTL 2 für Experten in der Geburtshilfe halten, erlebt Andrea Steinhilber immer häufiger. Auch gefährliches Halbwissen, das bei "Dr. Google" erworben wurde, führt zu manch aufreibender Diskussion. Auch wächst die Bereitschaft, wegen vermeintlicher Fehler gegen das Krankenhaus zu klagen, berichtet Eikholt.

Den von Promis befeuerten Trend, die Geburt per Kaiserschnitt zum Wunschtermin zu planen, sehen beide kritisch. Wobei die Chefärztin den Eltern im Vorgespräch eine Illusion zu rauben versucht. "Ohne Schmerzen kann man keine Kinder bekommen", sagt sie. Beim Kaiserschnitt kommen sie eben nach der Geburt.

Quelle: RP
 
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