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Hückeswagen
Ein Treffen 20 Jahre nach dem Realschulabschluss

Hückeswagen. Von den 25 ehemaligen Schülern kamen immerhin 20 zum Klassentreffen - und hatten sich jede Menge zu erzählen. Von Franz Mostert

Klassentreffen lassen sich leicht in drei Kategorien einordnen: Kurz nach Schulende heißt es in der Regel: "Was hast Du vor?". In der Mitte des Lebens dreht es sich zumeist um die Frage: "Sind Deine Erwartungen in Erfüllung gegangen?". Späte Treffen haben nur ein Thema "Wie geht es Dir?".

Rundherum ranken sich Dichtung und Wahrheit aus gemeinsamen Erlebnissen. Bei Schülerinnen und Schülern der Städtischen Realschule sind das durchweg sechs Jahre in enger Gemeinsamkeit nach der Grundschulzeit. Am Samstag trafen sich im "Hofgarten" sechs "Mädchen" und 14 "Jungen" der Abschlussklasse 10c zum ersten Klassentreffen nach dem Ende des Schuljahres 1996.

"Warum erst jetzt nach langen 20 Jahren?" Die Frage stand im Raum, als sämtliche Wiedererkennungs-Rituale der ehemaligen Realschüler vom Tisch waren. "Es hat sich halt so ergeben", hieß es. Das wollte aber die Initiatoren des "Meetings" nicht ruhen lassen. Linda Inden, geborene Borner, und Markus Bauer hatten alle 25 Ehemalige eingeladen - und 20 waren gekommen.

Dabei auch die letzte Klassenlehrerin Regine Junk, ihres Zeichens vor 20 Jahren zuständig für Mathe und Physik. Sie nahm die ehemalige Klasse ins Visier - und alle Vornamen waren ihr auf Anhieb erneut präsent. Palaver und Plausch über die "Hofgarten"-Tische hin und her wollten kein Ende nehmen. Man hatte sich halt lange aus den Augen verloren.

Jüngster Gast am Samstag war die gerade acht Wochen alte Isabell, Töchterchen von Jessica Bahn, früher Hamann. "Ich wollte unbedingt dabei sein, fand aber keinen Babysitter", sagte sie. In ihrem Umfeld feierten die 20 Jahre angestauten Storys von damals fröhlich Urständ. Die Namen der Lehrerinnen und Lehrer am Beispiel Dutziak-Feldhoff, Schruff, Henschel, Schoon und wie sie alle hießen und heißen banden sich nahtlos in den Schüler-Anekdotenschatz ein. David Selbach, aus Schwäbisch-Hall angereist, und der Wahl-Kaiserslauterner Frank Elbertzhager, beide inzwischen zu "akademischen Ehren" avanciert, waren genauso dabei, wie der jetzt in Bad Wildungen lebende Björn Springer und Bianca Belde, geborene Marmann, als man der Lehrerin "eins auswischen" wollte. Aus dem damals provisorischen Klassencontainer schleppte die 10 c restlos Schulbänke und Tische samt Interieur auf den Schulhof, um einer "blöden" Klassenarbeit aus dem Weg zu gehen. Regine Junk hatte sich nicht einschüchtern lassen. "Die Arbeit fand einfach auf dem Schulhof statt", sagte sie.

Bei der Abschlussfahrt zum Segeltörn auf dem Ijssel-Meer, auch das kam zur Sprache, war es abends zu einer unliebsamen "Klöpperei" zwischen holländischen Burschen und einigen Hückeswagener Pennälern gekommen. Grund: Eifersüchteleien um nette "Meisjes".

Es gab im "Hofgarten" auch Tiefgehendes und "Versprochen-Verbindliches". Die Initiatoren und der gesamte ehemalige 10c-Clan waren sich einig: "So jung kommen wir nicht mehr zusammen. Aber das nächste Treffen wird nicht erst wieder 20 Jahre auf sich warten lassen."

Quelle: RP
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