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Hückeswagen
Ein zauberhaft-himmlisches Zusammenspiel

Hückeswagen. Das letzte Schlosskonzert in diesem Jahr am Samstagabend war eine einzige Augen- und Ohrenweide. Unter dem Titel "Himmelsklänge - Zauberhafte Begegnung" boten Meike Leluschko (Gesang) und Jenny Meyer (Harfe) ein wahrlich zauberhaft-himmlisches Zusammenspiel von knapp zwei Stunden Dauer, mit dem sie die gut 50 Zuhörer im Heimatmuseum zu jeder Minute zu begeistern wussten. Die jungen Frauen waren technisch hervorragend und dazu bestens aufgelegt, so dass nicht nur das Zuhören Spaß machte, sondern auch das Zusehen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Im ersten Teil spielte das himmlische Duo eher weltliches Liedgut. So etwa das herrlich burleske "Kinderspiel" von Wolfgang Amadeus Mozart, bei dem Leluschkos Mienenspiel zu begeistern wusste. Überhaupt schien die dunkelhaarige Deutsch-Koreanerin ganz in den Texten aufzugehen, was auch beim "Schwanenlied" von Fanny Hensel oder den melancholisch-romantischen "Ninfa gentile" und "O quante volte" von Vincenzo Bellini gefiel.

Adventlicher wurde es im zweiten Teil mit Werken von Engelbert Humperndinck, von dem gleich zwei Schlaflieder gegeben wurden, dem bekannten "Mariä Wiegenlied" von Max Reger oder "Jul, Jul" des schwedischen Komponisten Gustaf Nordqvist. Da man aus den Fenstern des Heimatmuseums die weihnachtlich beleuchteten Bäume gut sehen konnte, kehrte nun auch Adventsstimmung ins Museum ein, die durch Lieder wie "Lascia chio pianga" von Georg Friedrich Händel oder die "Fantasie über Hänsel und Gretel" von Charles Oberthür noch verstärkt wurde.

Meyer erzählte einige Hintergründe zu ihrem Instrument, das in der heutigen Form einen ähnlichen Tonumfang hat wie ein Klavier. So gehöre die Harfe zu den ältesten Instrumenten, die es schon in alttestamentarischen und altägyptischen Zeiten gegeben habe. "In ihrer heutigen Form mit den 47 Saiten und sieben Pedalen wurde die Harfe indes erst 1810 entwickelt. Daher gibt es nur sehr wenig Originalliteratur für die Harfe", sagte die Musikerin.

Wie wundervoll das Instrument alleine klingt, zeigte die zierliche Harfenistin gleich im Anschluss an ihre Erläuterungen mit dem grandiosen Werk "La danse des sylphes" von Felix Godefroid, das im Publikum genauso für Staunen und Begeisterung sorgte, wie das von Leluschko so ungemein kraftvoll dargebotene "O mio babbino" von Giacomo Puccini.

Zum Advent gehört der tschechische Märchenfilm "Drei Nüsse für Aschenbrödel". Dessen bekannte Titelmelodie von Karel Svobodo spielte Harfenistin Jenny Meyer mit so viel Leidenschaft und Hingabe, dass man sich fest vornahm, gleich den nächsten Sendetermin herauszusuchen. . .

Quelle: RP
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